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Gastronomie: Zwei Banker übernehmen den Landsknecht

Gastronomie: Zwei Banker übernehmen den Landsknecht

Primo Lopez verpachtet Objekt an Roberto Milandri und Iuri Petraroia.

Büderich. Drei Jahre hat Primo Lopez ab 2004 mehrere Millionen Euro in die Sanierung des Landsknechts investiert, um aus einer Bruchbude ein Schmuckstück zu machen. „Es war eine Herzensangelegenheit von mir“, blickt der Gastronom zurück. Dennoch gibt er Hotel und Restaurant inklusive Burgkeller jetzt in andere Hände. „Ich habe immer noch 14 Objekte, wenn auch teilweise verpachtet, und 260 Mitarbeiter. Ich kann nicht rund um die Uhr hier sein. Persönliche Präsenz ist bei so einem Betrieb aber unerlässlich“, erklärt der Düsseldorfer.

Für mindestens zehn Jahre haben Roberto Milandri und Iuri Petraroia die Verpachtung übernommen. Die beiden 45-Jährigen geben für das gastronomische Abenteuer gut dotierte Jobs in der Bank auf. „Wir haben noch einmal nach einer neuen Herausforderung gesucht“, erklärt Petraroia. „Wir sind seit sechs Jahren eng mit Primo befreundet, haben ihn und auch den Landsknecht schätzen gelernt. 20 Jahre haben wir Unternehmern gute Ratschläge erteilt, jetzt wollten wir die Seiten wechseln“, sagt Petraroia.

Die Übergabe zum 1. April soll reibungslos erfolgen, alle 30 Mitarbeiter werden übernommen. „Wir sind nicht blauäugig, wissen, worauf wir uns eingelassen haben“, erzählt Milandri. Der ehemalige Direktor der Volksbank Düsseldorf/Neuss habe sogar ein Praktikum in der Küche des Landsknechts gemacht, berichtet Lopez. „Und er hat mich zu seinem Geldinstitut gelotst, weiß also, dass ich mit dem Laden nicht so schlecht verdient habe“, so der 58-Jährige.

400 Plätze hat das Restaurant, elf Luxus-Zimmer das Hotel, hinzu kommt der Burgkeller mit seinem eher rustikalen Ambiente. „Zumindest einer von uns wird immer anwesend sein“, sagt Petraroia und Milandri ergänzt: „Natürlich wollen wir dem Landsknecht eine persönliche Note geben, haben uns auch schon Neuerungen wie einen Shuttle-Service mit eigenen Fahrzeugen für Messegäste oder eine Außenbar überlegt. Im Wesentlichen wollen wir aber nicht viel ändern.“

Um sich den Büderichern vorzustellen, lässt das Betreiber-Duo am 1. Mai das Brunnenfest vor der Tür wieder aufleben. Es gibt verschiedene Essensstände, Sascha Klaar macht Musik, die Einnahmen gehen an die Bürgerstiftung.