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Zigarettenschmuggler muss ins Gefängnis

Zigarettenschmuggler muss ins Gefängnis

Glimmstängel für 5,5 Millionen Euro verschoben. Bewährung kam nicht in Frage.

Kaarst. Angeblich war Waldemar D. nur ein kleines Licht in einer Bande von Zigarettenschmugglern und nicht einmal freiwillig dabei. Aber der 42-jährige Kaarster soll mit dem Gabelstapler 27 000 Stangen chinesische Zigaretten im Wert von 5,5 Millionen Euro verladen und anschließend das Geld dafür eingesammelt haben. Dafür musste er sich gestern vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verantworten.

In Untersuchungshaft wegen einer anderen Sache, hatte der gelernte Polsterer drei Männer kennengelernt. Nach seiner Entlassung sei er in Geldnöte geraten, erklärte der Vater von drei Kindern: „Wir konnten die Miete nicht mehr bezahlen.“ Seine neuen Freunde halfen gern aus und liehen ihm 7500 Euro.

Waldemar D. konnte das Geld nicht zurückzahlen. Nach der Geburt des dritten Kindes sei seine Ehefrau sehr krank geworden. Er habe sich um die Familie kümmern müssen und konnte sich keine neue Arbeitsstelle suchen. Darum setzten ihn seine „Freunde“ unter Druck, sollen ihn angeblich sogar zusammengeschlagen haben. Schließlich kam der Vorschlag, er könne seine Schulden auch „abarbeiten“.

Das tat Waldemar D. in einer Dormagener Lagerhalle. Ein Transporter lieferte dort die Ladung mit den unversteuerten Zigaretten an. In den Tagen danach soll der Polsterer die Glimmstängel mit dem Gabelstapler an verschiedene Abnehmer ausgeliefert und kassiert haben. Das Geld gab der Handwerker an seine Mittäter weiter.

Dadurch entstand ein Schaden von 752 220 Euro an entgangener Tabaksteuer. Obwohl Waldemar D. ein Geständnis ablegte, konnte sich das Gericht wegen der hohen Schadenssumme nicht zu einer Bewährungsstrafe durchringen und verurteilte den 42-Jährigen zu einem Jahr Haft.