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Mankartzweg: Nun ist die Zauneidechse schuld

Mankartzweg: Nun ist die Zauneidechse schuld

Bahnübergang soll dennoch in diesem Jahr Schranken bekommen.

Kaarst. Im Juni 2010 starb ein 16-jähriger Motorrollerfahrer am Bahnübergang Mankartzweg. Der Meerbuscher konnte an dem unbeschrankten Überweg nicht mehr rechtzeitig bremsen und wurde vom Zug erfasst. Nach dem tragischen Unglück waren sich Stadt und Bahn schnell einig: Eine Schranke muss her, um den Übergang sicherer zu machen.

Bereits 2008 hatte es laut Bahn eine Plangenehmigung gegeben. Nur die Unterzeichnung einer Vereinbarung nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz stand noch aus. Das geschah im Juli 2010, als der Haupt- und Finanzausschuss nach dem Unfall den Umbau beschloss. Wiederum ein halbes Jahr später folgte die Genehmigung der Bezirksregierung. Die Finanzierung war geklärt.

Geschehen ist bis heute dennoch nichts. Denn das Eisenbahn-Bundesamt bestand auf einer zusätzlichen Genehmigung für den sechs Kilometer langen Neubau einer Kabeltrasse. Dort liegt der Haken: Für die Genehmigung ist eine artenschutzrechtliche Prüfung nötig. Diese zog sich bis August und hat ergeben, dass rund um die Trasse die bedrohte und geschützte Zauneidechse haust.

Also wurde eine neue Plangenehmigung aufgestellt, inklusive Erdhügeln als Ausweichquartieren für die Echse. Die Bahn rechnet mit einer Genehmigung in den kommenden Wochen. Dann könnten die ersten Maßnahmen beginnen. Kommt die Zusage, will die Bahn mit dem Umbau im ersten Halbjahr 2013 fertig sein — drei Jahre nach dem tödlichen Unfall und fünf Jahre nach der ersten Plangenehmigung. fsch