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PCB: Grundschüler werden ein Jahr auf dem Hof unterrichtet

PCB: Grundschüler werden ein Jahr auf dem Hof unterrichtet

Weil wiederholt ein zu hoher PCB-Wert gemessen wurde, muss die Schule Vorst saniert werden. Die Schüler ziehen in Container.

Kaarst. Bereits 1999 gab es Messungen der Raumluftbelastung in der Grundschule Vorst, die eine zu hohe PCB-Belastung nachwiesen. Die Werte lagen allerdings deutlich unterhalb der Grenze zur Gesundheitsgefährdung (siehe Kasten), deshalb hatte man für die Vorster Grundschule die Empfehlung „feucht wischen und viel lüften“ ausgesprochen.

Eine neue Messung im vergangenen Jahr, die die Kaarster Grünen durchsetzten, bestätigte die damaligen Ergebnisse — und veranlasste die Verwaltung endlich zum Handeln. Jetzt müssen die Grundschüler in Container umziehen und werden ein Jahr lang auf dem Schulhof unterrichtet.

Im Februar gab es eine Probesanierung in einem Teil der Schule. Dabei wurden zunächst nur einzelne Schichten Putz von den Wänden genommen. Weil sich aber schnell herausstellte, dass die belastenden Stoffe tiefer gezogen waren, wurde der komplette Putz von den Wänden genommen, Deckenplatten und die Farbe von Schränken und Türen entfernt. Außerdem wurden Proben aus dem Estrich genommen, um zu prüfen, ob auch der Boden belastet ist.

Bei erneuten Messungen fand sich kein PCB im Boden. Jetzt folgt auf die Probesanierung ein riesiges Bauprojekt: Die komplette Schule muss entkernt werden. Dafür muss der Rat der Stadt nun die Haushaltsmittel zur Verfügung stellen, damit die Ausschreibung beginnen kann. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die Angebote bis zum 23. April gesichtet werden, damit der Rat am 25. April über einen Vergabevorschlag abstimmen kann.

Für die Schüler bedeutet die Sanierung, dass sie nach den Sommerferien nicht in ihre Schule zurückkehren können. Sechs Container, sogenannte Schulpavillons, werden auf dem Schulhof errichtet. Nur in vier unbelasteten Räumen im Anbau der Schule kann wie bisher weiter unterrichtet werden, die anderen Klassen ziehen für ein Jahr in die Container um.

Nach drei Monaten, am 25. Oktober, sollen alle Schadstoffe aus der Schule entfernt worden sein. Der belastete Bauschutt wird dabei nicht über den Schulhof, wo die Kinder unterrichtet werden, abtransportiert, sondern über die Gebäuderückseite entsorgt. Erst dann beginnt die eigentliche Sanierung.

Dabei werden auch eine neue Wärmedämmung installiert und die Fenster ausgetauscht. „Wenn wir sanieren müssen, ist es sinnvoll, diese Arbeiten direkt mit durchzuführen“, erklärt Wolfgang Vogel von der Gebäudewirtschaft Kaarst.

Wenn der Zeitplan eingehalten wird, können die Schüler nach den Sommerferien 2014 in ihre neuen Klassenräume ziehen.