Schule in Dormagen: Stadt soll Bau neuer Schulen prüfen

Schule in Dormagen : Dormagen prüft Neubau von Schulen

Ein weiteres Ergebnis aus dem vorläufigen Stopp des Millionen teuren Sanierungsprojekts.

Eine größere Aufgabe gibt es aktuell für die Dormagener Kommunalpolitik nicht – jedenfalls gemessen an Finanzvolumen und Zahl der Betroffenen: die Sanierung der meisten Schulen. Eigentlich sollte das Gros durch eine Kooperation mit Partner Deutschland im Rahmen eines Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP) gelingen. Jetzt sieht es danach aus, als werden (die dringendsten) Bausteine aus dem Gesamtpaket heraus gelöst. Erheblicher Handlungsbedarf besteht an Realschule und Gymnasium im Schulzentrum Hackenbroich. Nach einer Initiative der Großen Koalition von CDU und SPD soll die Verwaltung jetzt sogar den Bau einer, vielleicht sogar von zwei neuen Schulen prüfen.

Dieser völlig überraschende Vorstoß ist eine Folge des Zeitrahmens durch Partner Deutschland (PD) – das vom Bundesfinanzministerium 2008 ins Leben gerufene Beratungsunternehmen bietet ausschließlich für Bund, Länder oder Kommunen seine Beratungs- und Managementleistungen an. Die PD hat die Assmann Group im vergangenen Jahr mit einer Bestandsaufnahme der Schulgebäude beauftragt. Demnach sollten Sanierung und Erweiterung mit Fachräumen acht Jahre dauern, weil es Arbeiten im laufenden Schulbetrieb wären. „In dieser Zeit läuft eine Schülergeneration durch“, so Andreas Behncke, Fraktionsvorsitzender der SPD. 

Sanierung und Erweiterung
sollen acht Jahre dauern

Angesichts des hohen (und teuren) Sanierungsbedarfs vor allem an der Realschule in Hackenbroich könnte eine Variante so aussehen: Die Stadt baut an anderer Stelle eine neue Schule, in die die Realschüler einziehen. Das leere Altgebäude wird saniert und erweitert, ehe dann ein Großteil der Schüler des Leibniz-Gymnasiums dort einzieht. Dann kann das Gymnasium saniert – oder abgerissen werden, wenn alle Leibniz-Schüler in die neue, alte Realschule passen. So ein Gedankenspiel. Eine andere Variante: gleich zwei neue Schulgebäude bauen und die bestehenden abreißen. Kai Weber (CDU): „Die Verwaltung soll während der Sommerpause die Varianten erarbeiten und uns zeitnah vorlegen.“ Dazu gehören auch mögliche Standorte: in der Umgebung oder an einer anderen passenden Stelle in Hackenbroich.

Neben diesem Arbeitsauftrag soll die Stadt auch weiter am von ihr vorgeschlagenen „Zukunftsplan Schule“ arbeiten. Der soll eine Übersicht über den baulichen Zustand geben und auf aus pädagogischen Gründen notwendige räumliche Erweiterungen. Ausgenommen sind Bau- und Sanierungsprojeke an Sekundarschule, Christoph-Rensing-Schule, Regenbogenschule und der Turnhallen-Neubau im Schulzentrum Mitte, die nicht zum „Zukunftsplan“ gehören und vorher erledigt werden sollen.

Die Stadt hatte im April vorgeschlagen, aus dem ÖPP-Projekt auszusteigen, weil bekannt wurde, dass die Kosten für das auf 25 Jahre angelegte Schulsanierungsprojekt von 37,7 auf 71,7 Millionen Euro gestiegen waren.

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