Umweltprojekt in Dormagen: Projekte für Insektenschutz laufen gut an

Umweltprojekt in Dormagen : SPD sieht große Erfolge im Insektenschutz

Landwirte hätten beispielsweise bereits seit letztem Jahr Blühstreifen angelegt.

2018 wurde die Stadtverwaltung auf Antrag der SPD-Fraktion beauftragt, ein Konzept zum Insektenschutz „Dormagen tut etwas für Insekten“ zu entwickeln. Dazu wurde ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, in dem neben Fraktionen und Verwaltung auch Naturschutzverbände und die Biologische Station an einen Tisch geholt wurden. Jetzt wurden Ergebnisse vorgelegt, die die Sozialdemokraten positiv stimmen.

Carsten Müller, Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses, der für die SPD im Arbeitskreis mitgearbeitet hat, zeigt sich zufrieden mit der Zwischenbilanz: „Es hat sich gezeigt, dass es seit letztem Jahr bereits bei der Landwirtschaft intensive Bemühungen gibt, mit der Anlage von Blühstreifen und Wildblumenwiesen den Insektenreichtum zu fördern. Auch die Technischen Betriebe Dormagen haben Wildblumenflächen angelegt. Damit bringt sich auch die Stadt mit seinen möglichen Flächen in das Projekt ein. Und natürlich achten auch viele Bürger darauf, Insekten in ihren Gärten Nahrung und Unterschlupf zu bieten.“

Einige Flächen werden
nur noch teilweise gemäht

Als eine weitere Maßnahme ist geplant – und wird in Teilen schon umgesetzt –, dass einige städtische Grünflächen nur noch abschnittsweise gemäht werden, damit immer auf einer Restfläche Wiesenpflanzen für die Insekten stehenbleiben. Müller appelliert an das Verständnis von Bürgern: „Natürlich kann so eine Fläche nicht so ordentlich aussehen wie eine glatt abgemähte Fläche. Und die Verwaltung erhält dann E-Mails und Anrufe von Anwohnern, die sich beschweren, warum das vermeintliche Unkraut nicht entfernt wird.“, sagt der Planungsexperte. „Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass die Wildkräuter für viele vom Aussterben bedrohte Insektenarten eine Nahrungsquelle bieten, die selbst Gartenblumen nicht immer bieten können, erst recht nicht ein kurz gemähter Rasen. Hier muss die Stadt noch viel Aufklärungsarbeit leisten.“

Als weitere Maßnahme schlägt das Umweltteam der Stadt ein Verbot von Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf städtischen Grünflächen vor. Hierfür fehlt aber noch ein politischer Beschluss. Sonja Kockartz-Müller, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, sieht das positiv: „Ich hoffe auf einen breiten Konsens bei den anderen Fraktionen, dann könnten wir einen solchen Beschluss schon im nächsten Planungs- und Umweltausschuss fassen.“

Die SPD betont Wichtigkeit von Umweltbildung in Kita und Schule

Kockartz-Müller macht deutlich, dass ihr die Unterstützung von Schulen und Kindergärten bei Umweltschutz-Projekten am Herzen liegt: „Leider hat die Verwaltung dafür momentan keine personellen Kapazitäten frei. Umweltbildung in Schulen und Kindertagesstätten ist aber wichtig, da Kinder die Welt von morgen gestalten werden und auch wichtige Multiplikatoren sind. Hier müssen wir eine Lösung finden.“

Insgesamt sieht die SPD die Verwaltung auf einem guten Weg. „Mit unseren Anträgen „Masterplan Grün“ und „Dormagen tut was für Insekten“ sowie der neuesten Initiative gegen Steingärten haben wir auch in der Verwaltung ein Umdenken angestoßen, dass dazu führen wird, dass Dormagen insgesamt grüner und ökologisch wertvoller wird“, findet Andreas Behncke, Fraktionsvorsitzender der SPD. In diesen Zusammenhang passt auch eine weitere Initiative der SPD: Sie will Steingärten und zugeschotterten Untergründen den Kampf ansagen. Sie suchen nun nach Möglichkeiten, dem Trend, Grünflächen mit Kies und anderem Gestein abzudecken, entgegenzuwirken – zum Beispiel über Festlegungen in Bebauungsplänen. schum

Mehr von Westdeutsche Zeitung