Mordprozess in Friesland: Staatsanwalt fordert 20 Jahre Haft für Dormagenerin

Mordprozess in Friesland : Mordprozess: Angeklagte soll 20 Jahre in Haft

Das hat der Staatsanwalt gefordert. Die Dormagenerin soll Ex-Freund getötet haben.

Der 34 Jahre alten gebürtigen Dormagenerin Jessica A. (Name geändert) drohen 20 Jahre Haft wegen Mordes. Dieses Strafmaß hat am Donnerstag die Staatsanwaltschaft in Leeuwarden im niederländischen Friesland gefordert. Sie ist davon überzeugt, dass die Angeklagte die Ermordung ihres Mannes Tjeerd V. „mitverschuldet“ hat. Staatsanwalt Henk Mous: „Es ist frustrierend für alle Angehörigen, dass die Angeklagte sich immer noch dafür entscheidet, sich nicht zu öffnen.“

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Witwe voll schuldfähig ist, weil bei ihr keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde. Die Anwälte der Verwandten des Opfers fordern Entschädigung. Sowohl den Eltern als auch den Schwestern stünden jeweils ein Betrag zwischen 40 000 und 60 000 Euro zu. Für die Kinder geht es um Beträge zwischen 115 000 und 205 000 Euro pro Kind.

Mutter und Schwester des Getöteten sagten aus

Es war ein sehr emotionaler zweiter Verhandlungstag, an dem die Mutter des Getöteten und dessen jüngere Schwester („Warum musste Tjeerd, Vater von drei Kindern, sterben? Ich frage mich, ob wir jemals Antworten bekommen werden.“) aussagten. „Man sagt, dass es am schlimmsten sei, wenn das eigene Kind stirbt. Aber was ist, wenn das Kind getötet wird? Und was ist, wenn die Verdächtige dieses Mordes die Frau Ihres Sohnes ist?“, fragte die Opfer-Mutter. „Wir vertrauen darauf, dass Gerechtigkeit geschehen wird. Dann können wir endlich anfangen, um Tjeerd zu trauern“, sagte sie.

Ihrer Aussage zu Folge hatte Tjeerd V. entdeckt, dass seine Frau ihm untreu geworden sei (angeblich mit ihrem Ex-Freund aus Dormagen). In Richtung der Angeklagten sagte sie am Donnerstag: „Er hat dir vergeben und beschlossen, mit dir weiterzumachen.“

Stellungnahmen von Verteidigung und Angeklagter am Freitag

Ein wichtiger Punkt war der Tag, an dem das Opfer den Verdacht hatte, vergiftet worden zu sein. Die Mutter: „Er fühlte sich so krank, dass er dachte, er würde sterben.“

Die Staatsanwaltschaft untersuchte alle alternativen Szenarien und alle entlastenden Beweise für die Verdächtigen. Der Staatsanwalt: „Aber diese entlastenden Beweise gibt es eigentlich nicht.“ Am Ende kamen sie der Dormagenerin wegen der angeblichen Vergiftung auf die Spur, weil das Foto eines Insulinpens auf ihrem Handy gelöscht worden war.

Am Freitag wird der Prozess mit den Stellungnahmen von Verteidigung und der Angeklagten fortgesetzt.

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