Zuckerfabrik-Gelände in Dormagen: Edeka verhandlungsbereit

Brachliegendes Areal in Dormagen : Edeka bereit für neue Verhandlungen

Die Stadt hatte die Gespräche über das Gelände der alten Zuckerfabrik für gescheitert erklärt.

Der Lebensmittel-Riese Edeka sucht eine Lösung: Nachdem die Stadt am 20. Mai die Verhandlungen über den weiteren Umgang mit dem ehemaligen Zuckerfabrik-Gelände für gescheitert erklärt hatte, will Edeka zurück an den Verhandlungstisch. Das Unternehmen kündigt an, dass „hochrangige Vertreter von Edeka sich zeitnah mit der Stadtspitze treffen und lösungsorientierte Gespräche führen“. Die Stadt reagiert zurückhaltend: „Wir freuen uns auf die Gespräche mit Edeka“, war der Kommentar von Stadtsprecher Max Laufer, der ansonsten auf die bekannte Position der Stadt verwies.

Um was geht es? Stadt und Edeka haben seit geraumer Zeit darüber verhandelt, ob die 120 000 Quadratmeter große Fläche an der Europastraße wieder an die Stadt geht und diese im Gegenzug Edeka Flächen anbietet, auf denen das Unternehmen zwei Lebensmittelmärkte und einen Getränkemarkt errichten kann. Der Vorschlag der Verwaltung sah vor, 17 000 Quadratmeter „wertvoller Wohnbaufläche“ zu tauschen. Konkret: 7900 Quadratmeter in Nievenheim (Grundstück des alten Schwimmbads), 7000 Quadratmeter nördlich der Rubensstraße (Malerviertel III) und 2000 Quadratmeter in Rheinfeld neben Lidl.

Edeka verlangt mehr
Sicherheit für die Markt-Pläne

Das Problem: Die Stadt wollte eine entsprechende Beschlussvorlage in den Stadtrat bringen und sich bei der Bezirksregierung für eine landesplanerische Zustimmung einsetzen. Zu wenig, findet demgegenüber Edeka. Das Unternehmen will mehr Sicherheit und will kein Risiko eingehen: „Die drei zum Tausch angebotenen Flächen eignen sich so lange nicht, bis klar ist, ob dort Einzelhandel entstehen kann. Hier hat die Stadt Dormagen die Planungshoheit.“

In der am Freitag veröffentlichen Stellungnahme klingt Edeka versöhnlich und nach vorne gerichtet: „Aus unserer Erfahrung betrachtet, ist es zu früh, aufzugeben. Es ist machbar und sinnvoll, in Dormagen großflächige und zeitgemäße Lebensmittelmärkte zu bauen und gleichzeitig das Grundstück der ehemaligen Zuckerfabrik für lokales Gewerbe zu entwickeln.“ Wie es gehen kann, schlägt das Lebensmittelunternehmen mit Sitz in Moers vor: „Es ist durchaus möglich, die Zustimmung der Bezirksregierung Düsseldorf zu der Planung zu erlangen. Auch weil die Stadt den Bedarf nach großflächigem Lebensmitteleinzelhandel an allen drei Standorten sieht. Die Stadt sollte der Bezirksregierung daher eine entsprechende Planung zur positiven Entscheidung vorlegen.“

Die Stadt, die im Mai von einer „Blockade der Entwicklungsmöglichkeiten unserer Stadt“ gesprochen hatte, kommentiert die Stellungnahme von Edeka nicht weiter und wartet auf die Gesprächsrunde. schum

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