Das kosten Gladbachs Grundstücke

Das kosten Gladbachs Grundstücke

Windberg, Großheide und Bunter Garten sind sehr teuer.

Das Gebiet Windberg, Bunter Garten und Großheide bleibt das teuerste Pflaster in der Stadt. Wer hier eines der Grundstücke kauft, muss mehr als 320 Euro pro Quadratmeter Bauland auf den Tisch legen. Was die Nachfrage vor dem Hintergrund niedriger Hypothekenzinsen nicht unbedingt hemmt: Die Kölner Projektgesellschaft, die auf einem Areal am Bunten Garten, auf dem jetzt noch Engländerhäuser stehen, mehr als 140 Wohneinheiten baut, kann sich vor Anfragen nicht retten. Wer diese Grundstückspreise nicht zahlen kann oder will, wird auch an anderer Stelle in der Stadt fündig. In den ländlich geprägten Randlagen wie Genhodder und Buchholz ist das Grundstück fürs Haus auch noch für 135 Euro pro Quadratmeter zu bekommen. Wer einen engeren Bezug zur Großstadt sucht, findet in Wickrath und Odenkirchen Grundstücke, für die man 210 Euro pro Quadratmeter zahlen muss.

Zum Vergleich: Das sind Quadratmeterpreise, die Häuslebauer auch in einer Mittelstadt wie Viersen zahlen. Woher man das alles weiß: Bei der Stadtverwaltung gibt es einen Gutachterausschuss für Grundstückswerte. In diesem Gremium sitzen städtische Experten, aber auch Freiberufler aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Der Ausschuss nimmt alle Kaufverträge unter die Lupe. Das waren im Vorjahr 2886 und damit 2,4 Prozent mehr als 2013. Mit Hilfe der Verträge hat der Gutachterausschuss die durchschnittlichen Lagewerte für 255 Zonen in der Stadt ermittelt: Sie decken alle Wohn- und Gewerbegebiete sowie die Hauptgeschäftsbereiche ab. Eine wichtige Erkenntnis: Die Kaufpreise der unbebauten Wohnbaugrundstücke sind gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um etwa vier Prozent gestiegen. Ebenfalls um rund vier Prozent kletterten die Bodenrichtwerte für die Innenstädte Mönchengladbach und Rheydt.

Der Marktbericht, so teilt der Ausschuss mit, sei sogar noch aussagekräftiger, weil „weitere zur Wertermittlung erforderliche Daten abgeleitet“ wurden und nun einfließen. „Damit liegt nun eine ausgezeichnete Basis für weitere Immobilienbewertungen im Stadtgebiet vor“, so der Ausschuss. Dass viel Bewegung auf dem Markt ist, lässt sich an den Verkäufen ablesen.

Im Vergleich zu 2013 wechselten besonders viele Mehrfamilienhäuser (plus 97 auf 305 Verkäufe) und Wohn- und Geschäftshäuser (plus 48 auf 106) den Eigentümer. Bei den Einfamilienhäusern war der Trend sogar leicht rückläufig (minus 21 auf 941), dafür stieg hier der Gesamtumsatz um mehr als 16,5 Millionen Euro. Von den 2886 Kaufverträgen bezog sich rund die Hälfte auf bebaute Grundstücke, außerdem wurden 1033 Eigentumswohnungen verkauft. 178 unbebaute Baugrundstücke stehen ebenso in der Statistik wie land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie Gartenland (85) als auch Schenkungen und Übertragungen 183). Deutlich preiswerter ist ein Stück Wald: Der Bodenrichtwert für forstwirtschaftliche Flächen einschließlich Aufwuchs lag bei 1,40 Euro pro Quadratmeter. Gartenland kostete 12,75 Euro den Quadratmeter.