Krankenhaus: Alexianer sehen sich auf gutem Weg

Krankenhaus: Alexianer sehen sich auf gutem Weg

Vor gut einem Jahr gab es in St. Tönis einen Eigentümerwechsel. Der neue Inhaber hat bereits vieles verändert. Am Dienstag zogen die Verantwortlichen in einem Pressegespräch eine erste Bilanz.

St. Tönis. Vor gut einem Jahr haben die Alexianer das St. Töniser Krankenhaus von der Stadt übernommen. Mit dem Eigentümerwechsel ging ein personeller Umbruch einher. Eine Neubesetzung mehrerer leitender Positionen erfolgte. Dr. Tobias Zekorn erhielt die Chefarztstelle in der Abteilung für Innere Medizin. Am Dienstag zogen er und Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer der Alexianer, eine Bilanz der bisherigen Arbeit. Beide zeigten sich zufrieden mit den Entwicklungen.

„Es ist eine spannende Aufgabe, Mitarbeiter und Patienten abzuholen und das Krankenhaus in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“, sagte Zekorn. Einfach sei dies nicht, da es einen nie da gewesenen politischen und betriebswirtschaftlichen Druck gebe. Für seine Mitarbeiter war Zekorn voll des Lobes: „In Abläufe, die seit Jahren existieren, einzugreifen, ist schwer. Aber die Mitarbeiter haben die Notwendigkeit von Veränderungen erkannt.“

Der Chefarzt versucht, die Arbeit effektiver zu gestalten und nannte ein Beispiel: „Bei einem Patienten, der seit vier Tagen kein Fieber mehr hat, muss an Tag fünf nicht gemessen werden.“ Außerdem bestehe eine hohe Akzeptanz durch die Patienten.

Geschäftsführer Wilke belegte Zekorns Eindrücke mit Zahlen: „Im ersten Quartal 2015 hatten wir in der Inneren Medizin 729 Patienten. Auf das Jahr gerechnet wären dies rund 2900. So viele gab es hier noch nie.“ In den vergangenen sechs Monaten seien 30 Prozent mehr Patienten als im Vorjahreszeitraum behandelt worden. Die Verweildauer in der Inneren Medizin sei um 1,5 Tage gesenkt worden.

Um den wachsenden Arbeitsaufwand bewältigen zu können, seien sechs weitere Pflegekräfte eingestellt worden. Außerdem schreibt die Abteilung laut Wilke deutlich bessere Zahlen als in der Vergangenheit: „Das Ziel, in diesem Jahr einen Verlust unter 100 000 Euro zu erzielen, kann erreicht werden.“ Für Wilke ist die Innere ein Grundpfeiler des Krankenhauses.

Neben wirtschaftlichen Optimierungen stellten die Alexianer bei der Übernahme der Klinik die Verbesserung des medizinischen Angebots in Aussicht. Diese Ankündigung sei umgesetzt, so Wilke: „Wir haben unter anderem erreicht, dass permanent ein Neurologe im Haus ist.“

Zekorn ist besonders stolz auf die Anschaffung hochmoderner Endoskopie-Kameras. Die Entwicklung seines zweiten Spezialgebiets, der Diabetologie, gehe ebenfalls voran: „Gemeinsam mit dem Krankenhaus Maria-Hilf in Krefeld werden wir uns im Sommer als Diabetesstelle zertifizieren lassen.“

Obwohl sich Wilke und Zekorn einig sind, dass sich das Krankenhaus in einem Jahr schnell entwickelt habe, wollen sie in Zukunft nicht locker lassen. Wilke wiederholte das Vorhaben, die Patientenzimmer im Erdgeschoss und in der ersten Etage durch einen Anbau zu vergrößern: „Unsere Absicht ist, dass wir Ende des Jahres Entwurfsplanungen haben.“ Bei der Bauzeit geht er von rund 15 Monaten aus.

Auch zum Thema „Geriatrie“ äußerte sich Wilke. Bekanntlich hatte das Krankenhaus in Süchteln vom NRW-Gesundheitsministerium die Aufgabe erhalten, eine Geriatrie für die Region einzurichten. Dagegen klagen die Alexianer. Sie möchten die Fachabteilung nach St. Tönis holen. Bald führt Wilke Gespräche mit Landesvertretern. Darin kann es um alternative Konzepte für den Standort St. Tönis gehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung