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Entwidmung: Abschied von St. Maria Rosenkranz

Entwidmung : Abschied von St. Maria Rosenkranz

Am 31. Mai wird das Gotteshaus entwidmet. Auf dem Gelände wird eine Kapelle für die Marienstatue gebaut.

Willich. Der 31. Mai wird wohl einer der traurigsten Tage in der Geschichte der Kirche St. Maria Rosenkranz. 76 Jahre nach der Errichtung wird das Gotteshaus an der Krefelder Straße geschlossen.

Ende des vergangenen Jahres hat die Stadt die Kirche samt Pfarrhaus, Gemeindesaal und umliegendem Ackerland erworben. Mit dem Verkauf setzte die Willicher Gemeinde Sparauflagen des Bistums Aachen um.

Viele Katholiken im Willicher Norden reagierten mit Wut und Enttäuschung. Eine Woche vor dem letzten Sonntagsgottesdienst gibt es aber versöhnliche Nachrichten für die Gläubigen. Zumindest ein Stück St. Maria Rosenkranz bleibt erhalten.

„Wir haben uns mit der Stadt darauf geeinigt, dass wir auf dem Kirchengelände eine Kapelle bauen dürfen“, sagt Pfarrer Jürgen Lenzen, Leiter der Willicher Gemeinschaft der Gemeinden, auf Nachfrage der WZ. In der Kapelle soll unter anderem die meterhohe Marienstatue aus St. Maria Rosenkranz untergebracht werden. Auf das Kunstwerk sind viele Kirchgänger besonders stolz.

Der Bau der Kapelle sei die Idee der Gemeinde gewesen, so Lenzen: „Wir glauben, dass es wichtig ist, an dieser Stelle Kirchenpräsenz zu erhalten.“ Ein Architekt hat bereits einen Entwurf für die Kapelle erarbeitet. Dennoch will sich Lenzen noch nicht zu Größe und Gestaltung äußern.

Im Rahmen der Entwidmung von St. Maria Rosenkranz werde am 31. Mai ein Modell vorgestellt. Die Errichtung und den Unterhalt der Kapelle wird die Willicher Gemeinde finanzieren. Geklärt ist mittlerweile die zukünftige Verwendung vieler Einrichtungsgegenstände von St. Maria Rosenkranz.

„Die Malteser haben Interesse an einigen Kirchenbänken und Geschirr aus dem Gemeindesaal“, sagt Jutta Brux, die sich seit vielen Jahren in der Gemeinde engagiert. Einige Gegenstände seien für die Kapelle Klein Jerusalem vorgesehen. Einen weiteren Teil des Inventars erhält eine Pfarre in Riga.

Jürgen Lenzen, Pfarrer

Besonders freut sich Brux darüber, dass die Krippe in St. Katharina, dem Hauptgotteshaus der Willicher Gemeinde, ihren Platz finden soll. „Das ist als Symbol des Willkommens für die Rosenkränzler gedacht“, sagt Brux.

Offen ist noch, was mit den drei Glocken von St. Maria Rosenkranz passiert. Unklar ist ebenfalls, wie die Stadt das Kirchengelände zukünftig verwenden möchte. „Ich weiß nicht, ob das Kirchengebäude anders genutzt oder abgerissen werden soll“, sagt Pfarrer Lenzen.

Aktuell leben im Pfarrhaus Flüchtlinge. Außerdem hat der Tennis Club Hoxhöfe auf dem Areal drei Plätze. Im April hat die Stadt den Pachtvertrag mit den Sportlern ohne Befristung verlängert.