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Keine Angst vorm großen Minto: „Ich finde hier doch alles, was ich brauche“

Keine Angst vorm großen Minto : „Ich finde hier doch alles, was ich brauche“

Viele Bürger setzen auf den Einzelhandel vor Ort.

Schiefbahn. Nicht nur die Vertreter der Werberinge in der Region, sondern auch viele Bürger befürchten keine große Konkurrenz durch die Mönchengladbacher Einkaufsgalerie Minto. Das wurde am WZ-Mobil deutlich, mit dem die Rollende Redaktion am Donnerstag an der Kirche St. Hubertus in Schiefbahn auf Meinungssuche ging.

Monika Greins ist mit ihrem Mann aus Alt-Willich gekommen. „Ich brauche ganz bestimmte Schuhe, die ich nur hier in Schiefbahn finde“, erzählt sie. „Wir legen großen Wert auf den kleinen Einzelhandel mit seiner Fachberatung“, so die Willicherin, die selbst aus einem niederrheinischen Familienbetrieb kommt, den inzwischen ihr Sohn Stefan führt: Steppen Farben & Tapeten. Vom Minto haben die Greins bereits gehört. „Das möchten wir uns demnächst mal angucken.“

Der Schiefbahner Josef Fassbender hat dem Shoppingcenter bereits am Mittwoch einen Besuch abgestattet. Seiner Meinung nach ist es für die Käufer am völlig falschen Platz — wegen der Parkplatzsuche. „Ein Standort auf der grünen Wiese wäre besser gewesen.“ Er kritisiert zudem: „Die haben die kleinen Geschäfte an die Wand gedrückt.“ Einkaufen wolle er weiterhin in seinem Heimatort.

Ein 82-jähriger Passant beantwortet die Frage, ob er im Minto einkaufen würde, mit einem lauten Ausruf: „In einem Laden dieser Größenordnung? Um Gottes Willen!“ Er lege Wert auf persönliche Ansprache. Seine Lebensmittel kaufe er in Schiefbahn ein, ansonsten fahre er auch schon mal nach Willich oder Korschenbroich. Das Angebot in Schiefbahn sei okay — „mit einigen Abstrichen“.

Käthe Klömpges, die sich selbst als „alte Schiefbahnerin“ vorstellt, kauft nach eigener Aussage nur vor der eigenen Haustür ein. „Bäckerei, Metzgerei, Textil- und Schuhläden — ich finde hier doch alles, was ich brauche.“ Nur noch eine Drogerie wäre nicht verkehrt.

Dann kommen drei Generationen gemeinsam zum Brunnen an der Kirche. „Wir wohnen in Schiefbahn und kaufen auch hier ein“, sagt Klaudia Barke, die mit ihrer Mutter und der kleinen Tochter Viktoria unterwegs ist. „Ich komme zwar aus Krefeld, kaufe aber trotzdem in Schiefbahn“, sagt Mutter Maria Buron. Und was sagen sie zum Minto? „Eine Freundin aus Korschenbroich war schon da und findet es super“, sagt Barke. „Neugierig bin ich schon — welche Frau wäre das nicht?“

Monika Kirchner wohnt seit mehr als 30 Jahren in Willich. Sie schrieb uns per E-Mail, dass sie den örtlichen Einzelhandel in Willich, Schiefbahn und Kempen bevorzugt. So sei sie beispielsweise „treue Kundin“ in verschiedenen Buchhandlungen sowie in einem kleinen Juwelierladen und Fotofachgeschäft in Schiefbahn. Für eine gute Beratung setzt sie auf die räumliche Nähe. Auch in den kleinen Geschäften gebe es preiswerte Angebote, die das Internet häufig nicht unterbieten könne. Bedienung und Beratung seien ohnehin unbezahlbar. Außerdem ist ihr der Weg ins Minto zu weit. Monika Kirchner wünscht sich für Willich und Umgebung aber zusätzlich „innovative Läden“. Sie denkt da beispielsweise an alternative Cafés mit Lesungen, Strickrunden und anderen kreativen Angeboten. Wünschenswert seien auch Geschäfte, die sich an Internetideen orientieren — wie E-Bay. In Großstädten werde das bereits ausprobiert.