Viele Wülfrather haben eine kreative Ader

56 Stände boten auf dem Hobbymarkt Handgemachtes von Schmuck bis zum Füllhalter.

Wülfrath. Vor zwei Jahren hat Birgit Konigorksi ihrem Sohn zum Abitur ein ganz besonderes Geschenk gemacht: einen hochwertigen, aus edlem Holz gefertigten Füller — gekauft auf dem Hobbymarkt in Wülfrath. Und auch jetzt steht die Ratingerin gemeinsam mit Freundin Gudrun Woike am Stand von Andrew Briggs und bewundert die unzähligen handgefertigten Stifte — jeder ein Unikat und je nach Holzart mal dunkel oder hell mit Maserung. „Dieser Füller hier ist mit schwarzem Walnussholz aus der Türkei gefertigt“, erklärt Briggs und zeigt auf einen der rund 50 Füller, die er auf Samt gebettet hat, „und der hier ist etwas ganz besonders, das Holz stammt von der samthaarigen Stinkeiche.“

Direkt neben dem Stand des Engländers bietet Anneliese Orzechowski selbstgenähte Plüschtiere an, Enten, Eulen, Teddybären. Die 84-Jährige ist im Gegensatz zu den meisten Anbietern das erste Mal auf dem Wülfrather Hobbymarkt — der Verkauf läuft eher schleppend. „Reich wird man davon nicht“, schätzt sie sehr realistisch ein, „aber mir macht es einfach Spaß. Vermutlich weil wir als Kinder nichts hatten an Kuscheltieren, muss ich das auf diesem Weg nachholen.“ Eine Frau kauft ein kleines Plüschmäuschen mit einer Klammer dran für zwei Euro. „Ich will meinem Neffen zum Geburtstag Geld schenken, den Schein klemme ich dann hier fest. Ist persönlicher als im Briefumschlag, diese Maus für die Mäuse“.

Gegenüber bewundern einige Frauen Tierbilder auf Leinwänden, eine graue Katze, einen Hund. Es sind Auftragsarbeiten von Tierbesitzern, die sich ihren Liebling von einem Foto haben abmalen lassen. „Ich nehme 25 Euro Anzahlung und fertige dann das Bild. Sollte der Kunde nach Fertigstellung sagen, dass ihm das Bild nicht gefällt oder nicht ähnlich genug ist, muss er es nicht kaufen“, erklärt die Wülfrather Künstlerin Stefanie Heger-Brühne, die auch Menschenporträts oder Stillleben anbietet. Sie ist zum allerersten Mal überhaupt mit ihren Werken auf einem Markt. „Ob sich das finanziell lohnt, werde ich ja erst später sehen, wenn Folgeaufträge kommen, oder auch nicht. Was aber toll ist, ist dieses viele positive Feedback, das tut unheimlich gut.“ An 56 Verkaufsständen bieten die vielen Hobbykreativen ihre selbstgestalteten Arbeiten an, vom gehäkelten Deckchen bis zur genähten Puppenkleidung.

Es gibt Schmuck aus altem Besteck, Figuren aus Steinen. An einem Stand werden liebevoll designte Karten für jegliche Anlässe angeboten: Taufe, Hochzeit, Kommunion. Auch Birgit Konigorski hat zwei besonders schöne Pappkarten in Kartonform gekauft. Dann kehrt sie noch einmal zum Stand von Andreas Briggs zurück. „Ich würde mir ja so gerne auch einen Füller kaufen.“ Birgt Konigorski kann sich gar nicht entscheiden, so groß und so schön ist die Auswahl. „Das ist es, warum ich immer wieder herkomme. Es gibt so viel Schönes zu bestaunen, das mit viel Liebe hergestellt wurde.“