Wehr löscht sechs Großbrände

Zu insgesamt 181 Bränden rückte die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr aus. Das Löschen ist allerdings nicht die Hauptaufgabe der Retter.

Langenberg. Bevor Frank Kapuczinski bei der Jahresversammlung im Historischen Bürgerhaus der Freiwilligen Feuer auf das Einsatzgeschehen in 2017 zurückblickte, dankte der Bürgermeister den Kameraden: „Sie haben ihre Zeit geopfert, um für die Velberter da zu sein. 2017 war kein einfaches Jahr“, fand Dirk Lukrafka und sprach die Verluste in der Stadtverwaltung an. Die kontrovers diskutierte Aufschaltung der Notrufe sei ohne Alternative gewesen, die schließlich geräuschlos über die Bühne ging, ebenso wie die Umstellung auf Digitalfunk.

Der stellvertretende Feuerwehrchef Frank Kapuczinski erinnerte an die Einsätze des vergangenen Jahres: Ein Sturmtief im Februar ließ in Höhe der Kuhlendahler Straße auf die Oberleitung der Bahn einen Baum fallen, der in Brand geriet. Auf freier Strecke bleib ein Zug liegen, die Feuerwehr leuchtete einen Feldweg aus, damit die Fahrgäste zu ihren Bussen kamen. Ein zusammengebrochenes Regal in einem Chemikalienlager im Industriegebiet Röbbeck bescherte der Feuerwehr einen tagelangen Einsatz. Zur Bergung der beschädigten Gefahrstoffbehälter wurden spezielle Gabelstapler benötigt, die in Chemieschutzanzügen bedient wurden. Unterstützung gab es durch Spezialkräfte der Henkel-Werksfeuerwehr aus Düsseldorf. „Die Arbeiten von Werksfeuerwehr und Velberter Feuerwehr nahmen mehrere Acht-Stunden-Schichten in Anspruch“.

Schwierig gestaltete sich im Juni die Rettung der Fahrerin eines 15-Tonnen-Lkws, der auf einem Waldweg am Reiger Weg umgestürzt war. Das schwere Fahrzeug drohte einen Abhang hinab zu rutschen. Ein Wiesenbrand, der Am Bölkumer Busch gemeldet wurde, erwies sich als Brand eines Holzschuppens an der Asbrucher Straße. „Es entwickelten sich Diskussionen mit den Kameraden aus Wülfrath, auf deren Stadtgebiet sich der Brandort befand.“

Mehrere schwere Unfälle gab es auf der A 44, wobei unter anderem der Auslegerarm eines Baggers von einer Lkw-Ladefläche aus die Beleuchtung und Deckenverkleidung im Birther Tunnel abriss. Im Oktober ereignete sich in einer Schleiferei an der Teichstraße eine schwere Verpuffung, bei der ein schwer verletzter Mitarbeiter mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik gebracht wurde.

Anfang November heulten in Neviges die Sirenen: Ein Wohn- und Geschäftshaus an der Nevigeser Straße in Velbert-Mitte stand in Flammen, nachdem sich in einem Imbissbetrieb Frittierfett entzündet hatte. Der Wintereinbruch im Dezember bescherte der Wehr mehrere Einsätze: Ein Pkw und Streufahrzeug kamen von der Donnenberger Straße ab, am Teimberg wurde ein Ast von den Schienen geräumt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung