Eishockey: Licht und Schatten bei den Ice Aliens

Eishockey: Licht und Schatten bei den Ice Aliens

Am Wochenende unterlag das Eishockey-Team in der Regionalliga mit 2:5 gegen Herford, überraschte dann aber mit einem 3:2-Auswärtssieg in Neuwied.

Die Ratinger Ice Aliens haben nach zwei Siegen in Folge eine Niederlage eingesteckt. Beim Herforder EV unterlag der Eishockey-Regionalligist mit 2:5 (0:0, 2:4, 0:1) und verpasste es, aus den Ausrutschern von Diez-Limburg (4:6 gegen Dinslaken) und Soest (3:4 in Neuss) Kapital zu schlagen. „Mit der Einstellung bin ich sehr zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Nach der Spieldauerstrafe gegen Tom Giesen und der Verletzung von Dustin Schumacher hatten wir nur noch drei Verteidiger. Herford hat dann im zweiten Drittel viel Druck gemacht und das Spiel vorzeitig entschieden“, sagte Aliens-Coach Krystian Sikorski.

Vor 525 Zuschauern im Eisstadion „Im kleinen Felde“ sorgte die Verletzung von Hauptschiedsrichter Karl Jasik zunächst für ein negatives Highlight. Jasik, der das Spiel nicht mehr fortsetzen konnte, wurde von seinen Linesmen Robin Schott und Robert Licau bereits nach vier Minuten ersetzt. In einem torlosen ersten Drittel konnten sich Aliens-Goalie Christoph Oster und Herfords Schlussmann Kieren Vogel mehrfach auszeichnen. Beide Mannschaften vergaben jeweils gute Möglichkeiten. Eine fünfminütige Überzahl konnten die Hausherren zum Ende des ersten Abschnitts nicht nutzen – Aliens-Verteidiger Tom Giesen musste wegen eines Kniechecks frühzeitig duschen gehen.

Nur 51 Sekunden nach dem Seitenwechsel brachte Killian Hutt die Platzherren in Führung. Es dauerte keine drei Minuten, bis Alexander Schneider (24.) für die Außerirdischen ausglich. Für Herfords Stürmer Alexander Chmelkov war der Arbeitstag kurz darauf wegen eines harten Checks gegen Dustin Schumacher ebenfalls beendet. Schumacher, der minutenlang auf dem Eis liegen blieb, musste in die Kabine getragen werden. Aus der fünfminütigen Überzahl konnten die Aliens kein Kapital schlagen und wurden in der Folge mit einem Dreifachschlag der Herforder bestraft.

Benjamin Skinner (32./38.) und Aaron Reckers (37.) sorgten damit frühzeitig für die Vorentscheidung. Tim Brazdas Anschlusstreffer änderte nichts mehr, weil Tommy Kuntu-Blankson (56.) den Schlussstrich für Herford setzte. Wenige Minuten zuvor hatte sich Aliens-Torhüter Oster noch mit einem gehaltenen Penalty auszeichnen können.law

Feuerwehr „bekämpfte“ Loch
im Eis mit einem CO2-Löscher

Fast wäre er noch buchstäblich in Wasser gefallen, der Auswärtssieg der Ice Aliens beim EHC Neuwied: 15 Sekunden waren noch zu spielen im zweiten Drittel, die Außerirdischen führten überraschend 3:1 beim Titelkandidaten, da brach plötzlich das Eis an einer Stelle. Und weil die Eisschicht im „IceHouse“ sehr dünn ist, war an Weiterspielen zunächst nicht zu denken. Schiedsrichter Stromberg schickte die Teams in die Kabine, die Feuerwehr rückte an und „bekämpfte“ das Loch mit einem CO2-Löscher – und nach einer guten halben Stunde war das Loch geflickt. Die Ice Aliens blieben nach der Zwangsunterbrechung konzentriert und fuhren mit viel Kampfgeist den 3:2 (0:1, 3:0, 0:1)-Erfolg nach Hause.

„Das war eine tolle Leistung der Mannschaft, die sich selber für ein taktisch sehr gutes Spiel belohnt hat“, betonte Trainer Krystian Sikorski. Schon am Freitag bei der 2:5-Niederlage hatte er ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen: „Mir war klar, dass wir uns an diesem Wochenende mit Punkten belohnen würden.“

Ohne die beiden Brazda-Brüder, ohne Christian Müller, mit nur vier Verteidigern und acht Stürmen boten die Ratinger dem großen Neuwieder Kader Paroli, gerieten aber im ersten Drittel in Rückstand durch den starken Kanadier Michael Jamieson. Doch auch die Aliens haben jetzt einen „echten“ Kontingentspieler, der auch Tore schießen kann: Michal Plichta brach nach 48 Sekunden im zweiten Drittel den Bann mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck. Die Aliens legten nach mit einer engagierten Abwehr und zwei Kontertoren durch Marvin Cohut und Dustin Schumacher.

Nach der Unterbrechung mussten beide Teams wieder ins Spiel kommen, und die Aliens gerieten nun mehr unter Druck. Felix Zerbe im Ratinger Tor hatte gut zu tun, zwölf Minuten vor Schluss kassierte er doch das 2:3 durch Sven Schlicht. Allerdings blieben die Aliens in der Defensive stabil und schaukelten den Sieg nach Hause.

In der Tabelle der Regionalliga finden sich die Ice Aliens nun auf Rang vier wieder. „Und ich merke, dass die Mannschaft immer besser wird“, sagte Sikorksi. „Dieses Spiel war ein wichtiger Schritt für uns. Ich denke, in den nächsten Wochen kann man unsere wirkliche Leistungsstärke endlich sehen.“ Über die längere Pause aufgrund des Eisfehlers war der Ratinger Trainer gar nicht mal so unglücklich: „So konnten sich meine Abwehrspieler, die nur zu viert waren, wieder regenerieren.“asch

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