Sport : Hobbysportler machen das Rennen

Während sich im vergangenen Jahr bei der Tour de France alle Augen auf die Profifahrer richteten, stehen möglicherweise 2019 die Amateure im Rampenlicht.

Das war schon eine fulminante Sache für die Region, die einen Tag lang am Rad drehte: Die Stars der Tour de France donnerten im Sommer des vergangenen Jahres durch Düsseldorf und den Kreis Mettmann, die Begeisterung war groß. So groß, dass man der Meinung ist, Radsport in den beteiligten Städten weiterhin anzubieten – für jedermann.

Nun ist ein Wettbewerb für Otto Normalradler in Planung. Die Düsseldorfer Congress Sport & Event GmbH ist auf die Stadt Ratingen zugekommen mit dem Gedanken, ein Jedermann-Radrennen im September 2019 anzubieten.

Jörg Arndt, Leiter des Sportamtes, bestätigte Gespräche und fertigte schnelle eine Vorlage für die politischen Gremien. „Der Rat der jeweils beteiligten Stadt muss auf jeden Fall zustimmen“, betonte er. Im Dezember werde man sich mit dem Veranstalter an einen Tisch setzen und weitere Details ­besprechen.

Der derzeitig geplante Streckenverlauf beginnt in Düsseldorf am ISS-Dome, verläuft durch Ratingen West, Stadtmitte, weiter Richtung Mettmann, Erkrath, durch den Düsseldorfer Süden und endet in der Innenstadt. Der Start soll an einem Sonntagmorgen um 10 Uhr erfolgen, die Streckensperrung in Ratingen werde nur von kurzer Dauer sein, so Arndt, der betont, dass für die Stadt keine Kosten entstehen, „da der Veranstalter sämtliche Aufgaben und Auflagen wie zum Beispiel Absperrungen selbst vornimmt“.

Die Ratinger Stadtspitze ist
Feuer und Flamme für die Idee

Bei der Stadtspitze ist man Feuer und Flamme für diese Idee, war doch die Tour de France als Radport-Ereignis ein großer Erfolg. Der Vorläufer der Tour war das sogenannte Race am Rhein, an dem sich zahlreiche Hobbysportler beteiligten. Offenbar war dieses Ereignis auch die Initialzündung für eine mögliche Neuauflage, die es allerdings in diesem Jahr nicht gegeben hat.

Es habe sich kein Interessent gefunden, der die Veranstaltung zu einem für Düsseldorf vertretbaren Preis ausrichten will, sagte Sportdezernent Burkhard Hintzsche. Auch das zeitweise geplante Andocken an das Rennen „Rund um die Kö“ habe sich nicht realisieren lassen. Die Grünen im Rat der Stadt Düsseldorf hatten beantragt, das Jedermann-Rennen zu wiederholen. Anwohner hatten sich jedoch über die massiven Einschränkungen beschwert. Das Format sei aber noch nicht gestorben. Man suche einen Partner für die nächsten Jahre, so Hintzsche. „Der Wunsch ist ­weiter da.“

Nun soll es also die Neuauflage im September 2019 geben. In einer Vorlage der Stadt Ratingen heißt es: „Die Verwaltung begrüßt dieses Jedermann-Rennen auch aus Klimaschutzaspekten, da über dieses Ereignis für die Nutzung des Fahrrades als alternatives Verkehrsmittel geworben wird.“

Man schlage dem Rat vor, die Verwaltung zu beauftragen, weiter in Gesprächen mit der Stadt Düsseldorf einzutreten und die weitere Konkretisierung vorzunehmen.

Großer Vorteil: Die Stadt hat in Sachen Organisation bereits Erfahrungen bei der Tour de France gesammelt und die Lehren aus den Pannen beim Race am Rhein gezogen.

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