Ratinger Innenstadt-Ärgernis : Innenstadt-Poller bekommen neue Hard- und Software

Telefonverbindungen von Feuerwehr und Polizei haben keinen Zugriff auf den Steuerungsrechner.  Ampeln müssen mit der Pollersteuerung im Bereich Bechemer Straße verknüpft werden. Maßnahmen kosten 296.000 Euro.

(kle) Zuletzt war das Thema buchstäblich in der Versenkung verschwunden. Jetzt ist es wieder da, und der Rat hat sich damit beschäftigt. Worum geht es? Ganz klar: Die Innenstadt-Poller stehen mal wieder – wie unzählige Male zuvor – im Fokus. Die Verwaltung war durch den Rat bereits beauftragt worden, die bestehende Poller-Anlage in der Innenstadt auf Grundlage der Beschlusslage der Vorlage 03/2018 zu sanieren und zu erweitern. Nun musste man sich mit dem weiteren Prozedere beschäftigen.

Konkret werden fünf neue Standorte errichtet und die bestehende Hard- und Software der Bestandsanlage inklusive der notwendigen Erweiterung für die zusätzlichen Standorte erneuert. Die bestehende Poller-Anlage im Bereich der Fußgängerzone war nach Angaben der Stadt seinerzeit so konzipiert worden, dass die Feuerwehr- und die Polizeileitstelle durch eine Telefonverbindung den Zugriff auf den Steuerungsrechner im Ordnungsamt erhält, um die Poller komplett absenken zu können. Diese Regelung war bei Inbetriebnahme der Anlage nur so möglich, da damals die technischen Möglichkeiten nur diese Variante zuließen.

Polizei und Feuerwehr hatten keinen Zugriff mehr auf Poller

Parallel zu dieser Steuerung konnte außerdem durch ein Festnetz- oder Mobiltelefon unter Verwendung eines entsprechenden Zugangscodes die Anlage abgesenkt werden. Komplex war hierbei die Verknüpfung der Telefonimpulse mit der vorhandenen Internetanbindung der Poller-Anlage über das hausinterne Intranet. Da sich der technische Standard weiterentwickelt, wurde zwischenzeitlich eine Aktualisierung auf das städtische Intranet und Telefonsystem aufgespielt, mit der Folge, dass die Telefonverbindungen von der Feuerwehr- und Polizeileitstelle keinerlei Zugriff mehr auf den Steuerungsrechner haben.

Demzufolge kann das bestehende Hintergrundsystem der Anlage nicht mehr weiterverwendet werden, sodass diese Basisstruktur komplett neu aufgebaut werden muss. Darüber hinaus muss die bestehende Lichtsignalanlage mit der Pollersteuerung im Bereich Bechemer Straße/Hans-Böckler-Straße verknüpft werden, sodass das Lichtsignalprogramm entsprechend angepasst werden muss.

Die Verwaltung hatte nach eigenen Angaben im Vorfeld diesen Kostenfaktor nicht im Blick, sodass diese Neuentwicklung maßgeblich für die nun festgestellte Kostenentwicklung ist. Hinzu kommen Kostensteigerungen durch die inzwischen vorhandene Planungstiefe wie auch die derzeit im Baugewerbe erkennbaren Baupreiserhöhungen. Das Amt für Kommunale Dienste soll die Tiefbauarbeiten ausführen. Man geht nach nach derzeitigem Stand von einer Investitionssumme in Höhe von rund 296.000 Euro aus.

Immer wieder hat es bei den Pollern technische Probleme gegeben. Mal funktionierten die Pfosten, mal wieder nicht. Ergebnis: Man dachte in den Reihen der Politik über die Sinnhaftigkeit weiterer Investitionen nach – dies vor dem Hintergrund einer großen Anfälligkeit der gesamten Poller-Anlage.