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Steigendes Grundwasser: Keller bald bedroht

Steigendes Grundwasser: Keller bald bedroht

Auch wenn der Rheinpegel gefallen ist, gibt es noch keine Entwarnung.

Monheim. Bäume sind unter Wasser. Wege. Die rostigen Saurier vom Kölner Künstler Odo Rumpf. Stationen des Naturlehrpfads. Barken versperren Spaziergängern den Durchgang. Hinter dem Deich im Rheinbogen steht das Wasser. Glasklares Wasser. Wo kommt es her? Ist der Deich undicht? Reiner Fester, Deichgraf von Monheim, lacht. Nein, sagt er. „Alles Grundwasser.“

Das Grundwasser ströme normalerweise aus dem Bergischen Land zum Rhein. „Jetzt aber ist der Rhein höher als der Grundwasserstand.“ Deshalb drücke der Rhein jetzt das Grundwasser zurück — die Folge: Es drängt an die Oberfläche. Das sieht man im Rheinbogen. Aber auch anderswo in der Stadt. Am Berliner Ring ist eine Kanalbaustelle. Dort, in einer knapp 2,5 Meter tiefen Grube, können Arbeiter gerade nicht weiterarbeiten, sagt der Deichgraf. In der Grube steht Wasser. Zu den ersten Stellen in der Stadt, in der gestiegenes Grundwasser sichtbar wird, gehöre auch der Aufzugschacht des alten Krankenhauses. Und natürlich: die Urdenbacher Kämpe. Auch dort steht das Wasser.

Müssen sich Monheimer um ihre Keller sorgen? Vorerst nicht, sagt Fester. Wenn aber das Grundwasser weiter steigt, seien dann am ehesten Häuser am Zaunswinkel und in der Blee betroffen. Wichtig dann: „Wasser nicht aus dem Keller pumpen; sonst sind Wasserstand und Druck außen höher als im Keller. Das könnte Wände eindrücken, im schlimmsten Fall sogar zum Haus-Einsturz führen.“

„1988, 1993 und 1995“, erinnert sich Fester, „da waren sogar der Schützenplatz und das Rheinstadion überflutet“ So werde es aber dieses Jahr wohl nicht kommen. Von Montag- auf Dienstagvormittag fiel der Rheinpegel um acht Zentimeter — heute soll er wieder ansteigen.

Und die Prognose fürs Grundwasser? „Das wird noch etwas steigen, auch wenn der Rhein schon zurückgeht“, sagt Fester. Und dann dauere es, bis es wieder auf Normal-Stand sei. „Im Rhein fließt Hochwasser schnell ab, da fällt der Pegel manchmal einen Meter am Tag, beim Grundwasser sind es Zentimeter.“