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Keine Briefe: Post räumt „Chaos“ ein

Keine Briefe: Post räumt „Chaos“ ein

In Richrath bleiben die Briefkästen zurzeit häufig leer. Aber auch andere Viertel sind betroffen.

Langenfeld. Der Ärger vieler Langenfelder über nicht zugestellte Briefe geht weiter. Laut Aussagen eines Aushilfszustellers wurden auch Donnerstag, Freitag und Samstag voriger Wochen wieder keine Briefe, Karten und Zeitschriften im Bereich Richrath verteilt. Auch gestern war kein Postbote unterwegs. Bruno Hees, Anwohner der Straße Zum Stadion, wartet vergeblich auf ein Zeitschriften-Abo. „Mehrfach habe ich durch kostenpflichtige Telefonate eine Ersatzlieferung angefordert“, sagt er. „Dass die Post immer wieder tageweise ausfällt, ist inzwischen nicht mehr hinnehmbar.“

In der Tat spricht auch Rainer Ernzer, Pressesprecher der Post von „einem Chaos und Extrem-Zustand“, von dem ungefähr ein Fünftel der Postkunden in Langenfeld betroffen sei. „So einen Krankenstand hatten wir noch nie. Die Leute sind auch nicht nur Tage, sondern Wochen lang außer Gefecht. Es ist eine Herausforderung für uns, dieses Situation jetzt zu meistern.“

Ansgar Zelfel von der Wupperstraße ist ein weiterer Postkunde, der auch in der vergangenen Woche vergebens auf Post wartete. In der Woche zuvor hatten sich viele Langenfelder bereits über die Deutsche Post DHL beschwert, weil drei Tagen lang weder Rechnungen, noch Zeitschriften-Abos, Einladungen, Grußkarten und Arztbriefe ankamen. Eigene Erfahrung der Autorin: Ein Brief, der am 4. Januar in Haan abgeschickt wurde, ist bis heute nicht angekommen. Das deckt sich mit der Aussage von Postkundin Heidrun Feldmann, die am 3. Januar eine Postsendung in Monheim aufgab. Am 13. Januar hat sie Langenfeld erreicht, sagt Heidrun Feldmann — also nach zehn Tagen. „Da bleibt einem doch die Spucke weg. Anscheinend ist in Langenfeld unter den Briefzustellern eine Epidemie ausgebrochen.“

Annemarie Ringelmann von der Seidenweberstraße nimmt es mit Humor: „Der Zusteller, der sporadisch in Richrath war, wurde wohl aus dem Bereich Seidenweberstraße abgezogen. Hier wurde vergangene Woche nur Montag und Dienstag die Post geliefert“, sagt sie. Auch die Anwohner des Isarwegs warten mitunter tagelang auf ihren Briefboten.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Problem“, sagt Ernzer. In Langenfeld seien neue Kräfte eingestellt worden, die allerdings erst eingearbeitet werden müssten. Wer keine Ortskenntnis habe, brauche enorm lange für einen Bezirk. Ernzer gibt zu, dass der Stapel, der im Briefverteilzentrum liegenbleibe, immer größer werde. „Wir arbeiten jetzt mit Man- und Women-Power daran, da Grund rein zu bekommen. Wir werden die betroffenen Bezirke jetzt auch doppelt besetzen, um die Post zuzustellen“, verspricht er.

Die Idee, Briefe und Karten selbst abzuholen, sei auch keine Lösung. „Das wäre, wie eine Nadel im Heuhaufen suchen“, so Ernzer. „Außerdem sollten wir doch in der Lage sein, die Post zuzustellen, ohne dass man sich selbst auf den Weg machen muss.“