Langenfeld Awo investiert in sozialen Wohnungbau

Langenfeld : Die Awo investiert in sozialen Wohnungbau

An der Solinger Straße entsteht ein barrierefreies Wohn- und Geschäftshaus.

Bezahlbaren Wohnraum wollten sie schaffen, die Verantwortlichen bei der Awo. Finanzvorstand (und SPD-Ratsherr) Kurt Jaegeler erklärt das so: „Gebaut wird viel in Langenfeld, aber nur wenig Erschwingliches.“

Vor zweieinhalb Jahren kam den Verantwortlichen bei der Awo der Zufall zu Hilfe: Direkt neben der Awo-Geschäftsstelle, dem markanten Fachwerkhaus an der Solinger Straße 103, starb ein Hausbesitzer und sein (nicht erhaltenswertes) Haus wurde abgerissen. Dann stand die Immobilie neben der Baulücke zum Verkauf und die Awo griff zu. „Wir hätten gerne auch das Gebäude, in dem jetzt das Fahrradgeschäft ist, dazu genommen“, sagt Hildegard Schröder, Geschäftsführerin der Awo im Kreis Mettmann.

Zuerst einmal ist die
Baugrube abgesoffen

Ein Düsseldorfer Architekturbüro übernahm die Planung und im Februar 2018 war Baubeginn. „Da ist uns die Baugrube durch Starkregen erst einmal abgesoffen“, erinnert sich Klaus Kaselofsky, der Langenfelder Awo-Ortsvorsitzende. Jetzt steht der Rohbau und die Vermarktung soll beginnen, denn voraussichtlich im Juni/Juli ist die Vorzeige-Immobilie bezugsfertig.

Dann stehen 1130 Quadratmeter Fläche für gemeinschaftliches und soziales Wohnen zur Verfügung: Im Neubau an der Solinger Straße soll ein Generationen übergreifendes Wohnen und Leben für Menschen aller Einkommengruppen möglich werden: Durch den Mix aus sechs Sozialwohnungen, zwei Penthouse-Appartements sowie zwei Wohnungen, die sowohl für Senioren-WGs als auch für Wohngemeinschaften für Studierende mit Behinderung geeignet sind, werde die Trennung von gesellschaftlichen Gruppen aufgehoben, die häufig wenig Kontakt zueinander haben.

Ein Gemeinschaftsraum
für alle Mieter

„Den Mietern steht ein Raum zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung“, erläutert Hildegard Schröder. Hier soll das gemeinsame Leben stattfinden. Den daneben liegenden Mehrzweck-Raum will der Ortsverein für seine Vereins- und Quartiersarbeit nutzen. „Mit dem Angebot können wir die Palette der Awo-Angebote erweitern und abrunden“, berichtet Kaselowsky erfreut. Und: Vom Gebäude sollen auch soziale Impulse für die Innenstadt ausgehen. „Damit leisten wir unseren Beitrag, die soziale Infrastruktur zu verbessern und für bezahlbaren Wohnraum zu
sorgen.“

Damit das Haus wirklich für alle Menschen nutzbar sein wird, ist es vom Keller bis zum Dachgeschoss barrierefrei. Um das Angebot zu komplettieren, werden im Erdgeschoss Geschäftsräume primär für Unternehmen aus der Gesundheitsbranche angeboten. Insgesamt 140 Quadratmeter stehen für Büros oder Praxen zur Verfügung. „Ich bin mir sicher, dass wir schnell Mieter finden“, sagt Klaus Kaselofsky vom Langenfelder Awo-Ortsverein.

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