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Jahresbilanz: Haaner Retter stehen oft vor zugeparkten Wegen

Haan : Zugeparkte Wege halten Retter auf

Mitgliedermangel und Klimawandel: Auf die Haaner Feuerwehr kommen in den nächsten Jahren große Aufgaben zu.

Temperaturen jenseits der 40 Grad, wochenlange Trockenheit – Nachrichten über Waldbrände beherrschten 2019 die Medien und tun es noch. Auch die Feuerwehr Haan war im vergangenen Jahr zu Waldbrand-Ereignissen im Einsatz: zum Glück nicht im eigenen Stadtgebiet, sondern zur Unterstützung der Kollegen im Hildener Stadtwald. Dort gab es am Karsamstag einen Brand, der große Unterstützung erforderte. Zudem wurde in den Gewässern der Sauerstoff knapp, und die Feuerwehr musste im Schillerpark eingreifen, um Lebewesen zu retten. „Es gibt ein Problem“, sprach Haans stellvertretender Feuerwehrchef Mirko Braunheim das Thema Klimawandel bei der jetzigen Jahresversammlung offen an.

Sturm- und Wassereinsätze seien seit vielen Jahren fester Bestandteil der Einsatzstatistiken: In Bocholt beispielsweise hätten Tornados ihre zerstörerische Kraft gezeigt: „Zu den Flächenlagen kommen mittlerweile auch kleinräumigere Ereignisse mit denen wir jederzeit rechnen müssen“, sagt Braunheim.

Feuerwehr wird ihre
Ausrüstung ergänzen

Dem Klimawandel mit seinen Herausforderungen will die Feuerwehr begegnen, indem künftig verstärkt ausgebildet wird. „Wir werden unsere Ausrüstung ergänzen müssen“, kündigte Braunheim an, „da die Anforderungen schon besondere sind. Das machen wir nicht allein – auf Kreisebene wird auch an gemeinsamen Einheiten der Feuerwehren gearbeitet die bei Vegetationsbränden entsprechender Größenordnung als schlagkräftige Züge eingesetzt werden.”

 5435 Einsätze im Jahr 2019 bedeuteten 476 Einsätze weniger als im Vorjahr. Die Notfallrettung mit 3108 Einsätzen machte dabei den Löwenanteil aus insgesamt wurden 222 Menschen gerettet darunter allein 192 Insassen eines Zugs im Dezember. Interessant: Zu 335 Notfällen Stadtgebiet musste die Leitstelle Fahrzeuge aus Nachbarstädten alarmieren. da keine Haaner verfügbar waren.

Wehrleiter Carsten Schlipköter hob hervor, er freue sich, dass die Jugendfeuerwehr mit fast 40 Mitgliedern so stark wie nie sei. Dennoch werde der Mitgliedergewinnung, aber noch viel mehr der Mitgliedererhaltung ein besonderer Stellenwert beizumessen sein. Denn im Ehrenamt entwickle sich die Situation in Haan leider nicht gut: „Die Fluktuation, die sich im wesentlichen aus beruflichen Veränderungen ergibt, ist kaum aufzuhalten und durch die Ausbildung neuer Kräfte kaum aufzufangen“, sagt der Wehrchef.

Sorgen bereitet auch das wilde Zuparken von Rettungswegen. „Da kann uns an der einen oder anderen Stelle schon mal Angst und Bange werden“, so Schlipköter. Die Parksituation habe sich verschlimmert. Für Wehr und Rettungsdienst bedeute das erhebliche Schwierigkeiten: „Uns allen muss bewusst sein, dass in mehreren Wohnbereichen in Haan einfach grundlegend nicht genug Parkraum zur Verfügung steht”, sagt er. Da müsse nun mit der Stadt nach Möglichkeiten gesucht werden, die Situation auf tolerierbares Maß zurückzuführen.