Löschen, retten, bergen seit 125 Jahren

Haan : Seit 125 Jahren im Einsatz für das Wohl der Haaner

Die Feuerwehr Haan feierte mit einem Tag der offenen Tür an der Rettungswache ein besonderes Jubiläum.

Große Verantwortung trägt Marlon (10), denn er ist zuständig für das „Wasser marsch“ im C-Rohr, das seine Jugendfeuerwehr-Freunde zur großen Übung beim Haaner Feuerwehrfest bedienen. Keinen Blick lässt er vom Rohr.

Mit ihm zusammen sind etwa 13 Jugendliche an der Übung beteiligt. Konzentriert sind sie, verantwortungsbewusst und auch ein bisschen stolz. In Reih und Glied stehen sie vor ihrem Übungsleiter Hans Lohr, seines Zeichens Brandoberinspektor, Gruitener Löschzugführer und Jugendwehrausbilder und seit weit mehr als 30 Jahr Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Das Motto der Jugendwehr „Sport Spiel Spannung“. 40 Jahre ist sie alt, die Jugendfeuerwehr. 42 Jungen und Mädchen gehören dazu.

Eine zweite Wehrübung der Jugendlichen fand unter der Anleitung von Hauptbrandmeister Andreas Stachorra statt. Mit Arne (12) und Jana (10) demonstrierte er anschaulich die Befreiung von Fahrzeuginsassen nach einem Autounfall. Da sprühten die Funken, da tropfte der Schweiß vor lauter Anstrengung. Das demolierte Auto kam vom Schrott.

Die Haaner Kinderwehr, die vor zwei Jahren gegründet worden war, erfährt gerade einen absoluten Boom. Eine Aufnahmestopp musste herausgegeben werden. Die Warteliste ist lang.

Die Feuerwehr Haan, die am Samstag aus Anlass des 125-jährigen Bestehens zum Fest für alle auf der Feuer- und Rettungswache an der Nordstraße geladen hatte, entwarf ebenfalls ein aktuelles und aussagekräftiges Motto: „Für Mich – Für Alle“. Beim Nachdenken über das Motto kam den Haaner jugendlichen Wehrmitgliedern noch treffliche Worte in den Sinn: „Anpacken statt Gaffen“, „Niemand ist allein“ oder „Irgendwer kann immer was“.

170 Ehrenamtliche haben das
Jubiläumsfest gestemmt

Ganz in diesem Sinne wurde das Fest gestemmt, ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften. 140 Erwachsene waren im Einsatz, 20 Jugendliche und zehn Mitglieder des Feuerwehr-Fördervereins. Die organisatorische Leitung vor Ort lag in den Händen von Stefano Mercurio, Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr und Gruppenleiter des Löschzuges eins. Seit 14 Jahren ist er bei der Haaner Wehr. In seiner Firma ist er ebenfalls Brandschutz-Beauftragter und zuständig für den Rettungsdienst. Ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Beim Feuerwehrfest ist der brandmeister die zentrale Anlaufstelle für alle organisatorischen Fragen – ruhig, konzentriert, freundlich.

Natürlich wollten die herbeiströmenden Haaner Besucher verköstigt werden. Erbsensuppe war das große Thema. 150 Liter sollen vorbereitet worden sein. Riesige Portionen für vier Euro fanden reißenden Absatz. Vom unübersehbar vielseitigen Kuchenbüffet ganz zu schweigen. Hier waren wirklich alle Haaner Kuchenbäcker mit Feuerwehr-Verwandschaft am Werk.

Oberfeuerwehrmann Jonas Lutz saß im Einsatzwagen und beantwortete alle Kinderfragen zum „tollen Auto“ mit großer Geduld. Der Aachener Student kommt, wenn eben möglich, donnerstags nach Hause zu seiner Familie, um am Wochenende Wehrdienst zu tun. Die Aufgaben und die Freunde sind ihm wichtig.

Nicht jeder Einsatz der Feuerwehr ist groß und spektakulär

Es kann ja nicht immer ein spektakulärer Einsatz wie der Brand in der Hildener Heide sein, der die Feuerwehr beschäftigt. Am Samstagmorgen war es ein Vogel, der sich in der Stadtbücherei verirrt hatte und der befreit werden musste. „Mission erfüllt“, war das Ergebnis.

Zu Ehren von Jonas Lutz und aus Familientradition waren die Eltern Sonja und Michael Lutz sowie seine Schwester Nadine zum Feuerwehrfest gekommen. „Das machen wir seit die Kinder klein waren“, sagt die Mutter. Bürgermeisterin Bettina Warnecke und ihr Stellvertreter Klaus Mentrop zollten der Haaner Feuerwehr ebenfalls Respekt und feierten ausgiebig mit.

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