Haan: An der Nordstraße wird gebaut

Haan : An der Nordstraße wird gebaut

Es sollen vier Gebäude mit 35 Wohnungen entstehen. Die Politik will viele Mietwohnungen.

Noch stehen auf dem Areal einige alte Häuser, Hallen und Schuppen. Geplant ist, dass das rund 4700 Quadratmeter große Gebiet zwischen dem Kreisverkehr Allee-/Nord-/Elberfelder Straße und dem Hühnerbachtal zu einem neuen Wohngebiet wird. Der Entwurf zum Bebauungsplan „Nordstraße“ (Nr. 197) sieht vor, dort in vier Gebäuden insgesamt 35 Wohnungen zu schaffen. Jetzt am kommenden Dienstag, 5. Februar, befasst sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr mit dem Thema. Der Aufstellungsbeschluss soll gefasst und die Planziele sollen festgelegt werden. Zudem müssen die Politiker die Beteiligung der Öffentlichkeit an diesem verkürzten Verfahren regeln.

Kleingärtner nutzen das Flurstück der Stadt als „Grabeland“

Zwei Flurstücke sind von den Eigentümern verkauft worden. Ein drittes Flurstück gehört der Stadt und wird aktuell als „Grabeland“ von einigen Kleingärtnern genutzt. Schon im November hatte das Haaner Planungsbüro ISR das Konzept für den Bereich östlich des Kreisverkehrs vorgestellt. Einige der im Herbst gemachten Anregungen sind inzwischen in den Plan-Entwurf eingearbeitet worden. Die gewünschten 1,5 Stellplätze je Wohnung sind in einer Tiefgarage (33) und oberirdisch (20) vorgesehen. Einen neuen Fußweg ins Hühnerbachtal wird es nicht geben, weil in der Nähe schon zwei Pfade existieren.

Auch der Wunsch, 60 Prozent der Wohnungen zur Miete zu schaffen, soll umgesetzt werden. Laut Verwaltung könnte das im Zuge eines städtebaulichen Vertrages geregelt werden. Der Stadtrat hatte im vorigen Jahr einen Baulandbeschluss getroffen. Danach sollten bei Neubauvorhaben mindestens 30 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert sein. Im November hatte Walter Drennhaus (SPD) bei der ersten Diskussion um den neuen Plan sinniert, möglicherweise sei man „zu kurz gesprungen“. Wenn Wohnungen für Kapitalanleger oder Eigennutzer entstünden, dann käme der normale Mietwohnungsbau zu kurz. Drennhaus beantragte 60 Prozent Mietwohnungen, davon 50 Prozent öffentlich gefördert.

Andreas Rehm (GAL) hatte auf ein anderes Problem hingewiesen. Das neue Wohngebiet rücke an das Gewerbegebiet Memelerstraße heran. Dadurch könnte dort ansässigen Unternehmen aus emissionsrechtlichen Gründen womöglich die Chance zur Erweiterung genommen werden. Diese Sorge zerstreute der Planer von ISR. Alle Aspekte – auch zu Lärmschutz und Artenschutzaspekten – würden in einem geordneten Bebauungsplanverfahren betrachtet, versicherte Technischer Beigeordneter Engin Alparslan.

Das künftige Baugelände war einst vorgesehen als Trasse für die Kreisstraße 20 n, die ursprünglich um Gruiten herum und nach Unterquerung der Autobahn im Bereich Kriekhausen über eine Hühnerbachtalbrücke zur Alleestraße geführt werden sollte. In den 1980er Jahren aber nahmen die Straßenplaner Abschied von dem Abschnitt zwischen Gruiten und Haan. Nunmehr soll an der Elberfelder Straße durch ein quer stehendes Haus die Lücke geschlossen werden und zum Tal hin weitere drei Gebäude angeordnet werden.

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