Ein Trainer für den Kampf gegen die Angst

Neuer Jugendcoach in Hilden : Trainer hilft dabei, die Angst zu besiegen

Wofgang Patzwaldt ist Kinder- und Jugendcoach und gibt Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Punching Ball gleich am Eingang des Zimmers ist keineswegs nur Dekoration. „Mancher Jugendliche hat an ihm schon Dampf abgelassen“, sagt Wolfgang Patzwaldt und lacht dabei keineswegs. Denn das Gerät dient nicht der Fitness oder dem Spaß.

Der 60-Jährige ist zertifizierter Kinder- und Jugendcoach und als solcher gibt er Hilfe zur Selbsthilfe: Er unterstützt unter anderem Mobbing-Opfer oder Jugendliche, die klassische Schwierigkeiten in der Pubertät oder Schule haben. „Kinder und Jugendliche sind vielen Belastungen ausgesetzt“, sagt der Hildener: Leistungsdruck, Medienüberflutung, Prüfungsängste oder Mobbing seien nur einige Faktoren, die sie nicht selten überforderten: „Solche Probleme zu erkennen, bei der Bewältigung zu helfen sowie Stärken aufzuzeigen und Selbstbewusstsein zu fördern, ist eines der Ziele meines Coachings“, fügt Patzwaldt hinzu.

Der Mann ist beliebt, was auch daran liegen dürfte, dass der Beruf für ihn gleichermaßen Berufung ist. „Als Langzeit-Ehemann und Vater zweier inzwischen bereits erwachsener Kinder hatte ich auch in meinem bisherigen Beruf das Glück, von zu Hause aus arbeiten zu können“, berichtet der gelernte Werbegrafiker. „Ich war dadurch mehr oder weniger gleichwertig an unserer Kindererziehung beteiligt, durfte an ihrer Entwicklung sowie an Sorgen und Nöten teilhaben und bekam ihr Vertrauen als väterlicher Seelsorger.“

Patzwaldt bekam aber auch mit, dass es nicht in allen Familien so rund läuft. „Ich erfuhr das Leiden der Kinder innerhalb einer Scheidung, oder derer, die trotz Eltern keine Bezugsperson für ihre körperlichen und seelischen Probleme hatten“, erinnert sich der Hildener. Gleichzeitig bemerkte er, dass die jungen Leute zu ihm meist offener waren als den anderen Erwachsenen gegenüber. Die Chemie stimmte. „Meine Kinder haben mir dann irgendwann gesagt: Papa, das musst du beruflich machen.“

Wolfgang Patzwaldt begann eine umfangreiche Ausbildung an der Fachakademie für Jugendcoacing in Düsseldorf, an deren Ende die Zertifizierung stand. Das war vor ziemlich genau einem Jahr. Seitdem arbeitet er in seinem neuen Beruf – selbstverständlich nach wie vor von Zuhause aus. „Wichtig ist für mich, dass der Jugendliche, das Kind oder die Eltern eigenverantwortlich aus sich heraus eine Lösung finden. Um das zu erreichen, steht mir ein Koffer an Möglichkeiten und Methoden zur Verfügung“, betont der Coach.

Seine eigenen Kinder
ermutigten ihn, Coach zu werden

Patzwaldt absolvierte auch eine Ausbildung als Entspannungstherapeut an der Stress-Management-School in Erkrath. Die Zertifizierte Ausbildung umfasste die Themen:Kursleiter für „Autogenes Training“ und „Progressive Muskelrelaxation“ den „Outdoor-Relax“ sowie „M-A-P“ Trainer, Selbstwert- und Prüfungsvorbereitungstraining.

„Viele Bausteine hieraus befinden sich als wertvolle Zusatzmodule auch in meinem Koffer für das Coaching“, erzählt er, beugt aber sofort ein em Missverständnis vor: „Ich bin ein Coach und kein Therapeut. Ich arbeite auf Augenhöhe mit einem psychisch gesunden Menschen zur Schärfung seiner Ziele und Visonen.“ Außerdem sei Coaching zwar ein aktiver aber ergebnisoffener Prozess. Bestimmte Erfolge könnten somit nicht garantiert werden.

„Coaching bedeutet in der Übersetzung aus dem Englischen übrigens Kutsche“, sagt der Hildener und fügt gleich eine Definition hinzu, mit der er seine Tätigkeit genau beschrieben sieht: „Sie ist ein Hilfsmittel, um auf den Weg zu kommen, um ein Ziel schneller und bequemer zu erreichen als zu Fuß. Der Benutzer bedient sich dieses Hilfsmittels, entscheidet aber selbst über die Richtung oder das Reiseziel. Der Kutscher kennt den Weg, kann die Reisezeiten einschätzen, sorgt für die Qualität des Vorankommens und für angemessene Pausen.“ Wenn nötig, auch mal kurz an einem Punching Ball. Infos und Kontakt: Telefon 02103/25062.

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