Schüler verabschieden ihre Rektorin

Schüler verabschieden ihre Rektorin

Karin Malzkorn leitete 16 Jahre lang die Fuhlrott-Schule. Nun geht sie in den Ruhestand.

Erkrath. Das Lächeln bekommt Karin Malzkorn gar nicht mehr aus dem Gesicht. Die Überraschung ist gelungen: Mit einem Trecker wurde sie Dienstagmorgen zu Hause in Hilden abgeholt. Nur zehn Minuten hatte sie, um sich fertigzumachen. Dann ging es auf dem Gefährt vorbei an der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule und früheren Kollegen zu „ihrer“ Carl-Fuhlrott-Schule nach Hochdahl. Dort warteten die über 400 Schüler sowie Kollegen auf dem Schulhof auf die Schulleiterin, die mit Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand geht. Mit einer Schultüte in der Hand ging es für sie durch ein Spalier und zu „It’s my life“ von Bon Jovi ins Innere. Kleine Freudentränen musste sie sich aus den Augen wischen, als sie Konrektor Andreas Lösche kurz in den Arm nahm. „Das war schön“, sagte die 63-Jährige.

Andreas Lösche, Konrektor

Doch die Überraschung ging noch weiter. Vom Dach aus konnte sie beobachten, wie die Schüler und Lehrer für sie tanzten. Rund eineinhalb Wochen hat die Schule an dem Flashmob gearbeitet. „Ich bin überwältig. Ihr seid spitze“, lobte sie.

Es war ein Empfang, wie ihn wohl nicht viele Schulleiter bereitet bekommen. 16 Jahre lang leitete Karin Malzkorn die Geschicke der Hauptschule, setzte sich für ihre Schüler ein. „Sie hat einfach alle begeistert und hat es geschafft, dass die Schule als eine der wenigen Hauptschulen hier in der Gegend nicht geschlossen wurde“, begründet Lösche das Engagement.

Den Ruhestand hat Malzkorn allerdings noch nicht vor Augen. Gearbeitet werde bis zum letzten Schultag am Freitag, an dem sie sich von allen 16 Klassen persönlich verabschieden wird. Was ihr in Erinnerung bleibt? Die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb sowie die Einführung der 60 Minuten-Stunde. Das Prinzip der Inklusion sei bereits an der Schule gelebt worden, bevor es den Begriff gegeben habe. Stolz sei sie auf das vierfache Siegel „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“, merkt die studierte Deutsch-, Geschichts- und Erdkundelehrerin an. In ihrer 42-jährigen Dienstzeit sei sie immer gerne zur Schule gegangen. Die Entwicklungen der Jugendlichen zu sehen, sei das, was sie immer am Job fasziniert habe.

Karin Malzkorn, Rektorin

„Hauptschulen sind besser als ihr Ruf. Und diese ganz besonders“, betont die Pädagogin. Weil Stärken und Fähigkeiten der Schüler gestärkt werden. „Die Hauptschule hat nach wie vor ihre Daseinsberechtigung“, ist sie überzeugt.

Im Sommer geht es mit ihrem Mann Karl (66) ins Allgäu. Im Herbst ist ein Trip nach Wien geplant. „Jetzt habe ich auch endlich mehr Zeit für meine vier Enkelkinder“, sagt Malzkorn. Außerdem will sie den Ruhestand nutzen, um öfter zu golfen. Konrektor Andreas Lösche wird nach den Ferien zunächst kommissarisch die Leitung übernehmen, da die offizielle Genehmigung noch nicht vorliege.