Hauptausschuss gibt grünes Licht für Rattenbekämpfung

Hauptausschuss gibt grünes Licht für Rattenbekämpfung

Die Stadt Erkrath bekämpft die Tiere jetzt auch auf Privatgrundstücken. Für die Eigentümer bleibt der Einsatz kostenlos.

Erkrath. Im Hauptausschuss ist der Plan der Verwaltung, für private Grundstücke künftig wieder eine kostenlose Bekämpfung von Ratten anzubieten, auf breite Zustimmung gestoßen. Auch wenn dies Mehrkosten für die beträchtlich verschuldete Kommune bedeutet, wurde nicht groß gemeckert: Die geschätzten Kosten liegen bei zirka 55 000 Euro pro Jahr, ohne diese Übertragung sind es 40 000 Euro. „Das sollte uns die Gesundheit der Bürger wert sein“, sagte Bürgermeister Christoph Schultz.

Hintergrund sind die nicht abreißenden Beschwerden über Rattenplagen in den Bereichen Sandheide, Schildsheide und Stadtweiher. Zuletzt war in Sandheide eine junge Mutter, die Müll zum Container einer dortigen Wohnanlage bringen wollte, einem Angriff zweier Ratten gerade noch entkommen. Nachdem ein Arbeiter dort sogar von einer Ratte gebissen wurde, hat die Verwaltung diese Plätze und ihre weitere Umgebung durchkämmt und dabei mehrere Rattennester und -bauten entdeckt. Auf dem Gelände wurden auch Essensreste gefunden, die die Tiere anlocken.

SPD-Ratsmitglied Peter Urban beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Ratten und Vermüllung der Sandheide. Er sieht vor allem die dort zuständige Wohnungsbaugesellschaft Grand City Property in der Pflicht. Die betont, ihren Teil zu erledigen und verweist auf die angrenzenden Eigentümer, die ebenfalls aktiv werden müssten. Um dem Gezerre ein Ende zu bereiten, will die Stadt die Sache jetzt komplett in ihre Hände nehmen, den Schwerpunkt auf die unterirdische Bekämpfung in der Kanalisation legen und damit die Plage in den Griff zu bekommen. Die Übertragung der Bekämpfungskosten auf Privateigentümer habe sich nicht bewährt: Seit Private zahlen müssen, seit 2017 also, sei die Zahl der Rattenmeldungen bei der Stadt auf „annähernd null“ zurückgegangen, zuvor wären es zwischen drei und sieben pro Woche gewesen.

Zwar besteht für Bürger in punkto Schadnager eine Pflicht zur Befallsmeldung, doch halten sich offenbar viele nicht daran, weil sie die Folgekosten scheuen. Liegen diese wieder bei der Stadt, dürfte sich das Meldepflicht-Bewusstsein der Bürgerschaft flugs wieder einstellen.

Für die CDU ist dieser Verwaltungsplan „eine Verbesserung“, weil Private jetzt keine Angst mehr vor Rechnungen haben müssten und sich melden könnten. Die SPD fordert, dass die Stadt entgegen ihrer Vorlage auch auf Grundschulgrundstücken ködern müsse, um durchgreifenden Erfolg zu erzielen und den Nagern keine Refugien zu lassen. Das sollte auch den Schülern vermittelt werden. Zudem müsse die Stadt regelmäßig kontrollieren, ob der dafür bestellte Dienstleister auch gemäß Auftrag arbeite — und dabei nicht den Schlendrian einreißen lassen. Die BmU forderte die Verwaltung auf, private Kanäle unbedingt vorsorglich mit Ködern zu versehen, „sonst schmeißen wir nur Unmengen Geld raus“.

Laut Verwaltung wird derzeit jeder zweite Kanal im Stadtgebiet mindestens einmal mit Ködern versehen. Beißen die Ratten an, werde bis zu viermal nachgeködert.

Mehr von Westdeutsche Zeitung