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Jeckes Jawort — in vollem Ernst

Jeckes Jawort — in vollem Ernst

Dieses närrische Datum konnten sie sich nicht entgehen lassen: Um 11.11 Uhr heiratet am Freitag das amtierende Unterbacher Prinzenpaar.

Erkrath. Es war einmal ein hübscher Prinz, der einst im weiten Zirkusrund ein holdes Mädchen traf und in Liebe zu ihr entbrannte.

Sie lebten glücklich und zufrieden bis zu der Stunde, als der Prinz die Frage aller Fragen an sie richtete: „Dank meiner von Gott gegebenen Spontanität . . .“ begann sein von Erfolg gekröntes Werben um die Angebetete.

„Ja, Schatz, ich will“, antwortete die Prinzessin ohne Zögern — obwohl sie den letzten Teil der Rede, die entscheidende Frage, gar nicht gehört hatte. Die war im Jubel beim Prinzenball im Januar untergegangen.

Was wie ein Märchen klingt, wird heute Wirklichkeit: Das amtierende Unterbacher Prinzenpaar, Prinz Hans V. und Prinzessin Ingrid II., wollen sich um 11.11 Uhr im Erkrather Standesamt das Jawort geben.

Es wird quasi ihre letzte offizielle Amtshandlung, denn morgen beim Hoppeditz-Erwachen werden sie ihre Insignien der Macht abgeben müssen.

Obwohl noch in Amt und Würden wird es eine bürgerliche Hochzeit, denn „ich will nicht mit Narrenkappe vor dem Standesbeamten sitzen“, sagt Hans Röckrath. Auch Ingrid Köhl wird nicht ihren Prinzessinnen-Ornat tragen, wenn sie ihre beim Prinzenball gegebene Zusage offiziell bestätigt.

Danach heißt sie dann Ingrid Röckrath. Auch ihr gemeinsamer Sohn Dennis wird den Familiennamen seiner Mutter ablegen und den seines Vaters annehmen.

„Wir wollen keine Show aus unserer Hochzeit machen“, begründet der Noch-Prinz seinen zivilen Auftritt im Standesamt. Gleichwohl weiß er genau, dass viele Gäste in Kostüm und Uniform zur Trauung erscheinen werden.

Und wenn abends im Unterbacher Tennisclub gefeiert wird, geht es mit Sicherheit schon wieder närrisch zu. Nicht umsonst haben Hans V. und Ingrid II. exakt zweimal 111 Gäste zum Warmschunkeln für das Hoppeditz-Erwachen eingeladen.

Diese närrische Gästezahl muss sein, war es doch die ungewöhnliche Häufung der Elf, die den Prinzen dazu veranlasste, seiner Prinzessin nach 27 Jahren des Zusammenlebens den Antrag zu machen: Hans V. (58) und Ingrid II. (43) sind zusammen 111 Jahre alt, Sohn Dennis ist zweimal elf Jahre alt, Hans Röckrath ist seit dreimal elf Jahren selbstständig (Installateur- und Heizungsbaumeister), er wohnt seit dreimal elf Jahren in Unterbach, davon elf Jahre an der Brinellstraße. Außerdem gibt es den Unterbacher Karneval seit fünfmal elf Jahren. Und dann natürlich das Datum: 11.11.2011.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sagt der Prinz. Allerdings ist die jecke Idee nicht ganz allein auf seinem Mist gewachsen. „Es lief ja alles auch so ganz gut“, sagt Röckrath. Letztlich gab ein Karnevals- und Kegelfreund den Anstoß zur Verlobung, indem er dem Prinzen die märchenhafte Elfer-Konstellation eindringlich näherbrachte.