Krefeld: Rollhockey nur noch mit Genehmigung der Verwaltung

Krefeld : Rollhockey nur noch mit Genehmigung der Verwaltung

Weil Anwohner sich über die Lautstärke bei den Spielen des Hülser SV beschwert haben, steht der Verein jetzt unter Beobachtung.

Krefeld. Die Fans des Rollhockey-Bundesligisten Hülser SV sind nicht begeistert. Das hat weniger mit dem Umstand zu tun, dass das Team immer noch ohne Sieg in der Liga ist — am Samstag unterlag die Mannschaft erst in der Verlängerung mit 7:8 gegen Bison-Calenberg. Vielmehr können die Rollhockey-Enthusiasten in Hüls ihr Team nicht mehr in dem Maße anfeuern, wie sie sich das vorstellen. Hintergrund: Zwei Anwohner der Halle an der Bonhoefferstraße fühlen sich von der Lautstärke der vielkehligen Unterstützung der HSV-Anhänger nachhaltig gestört. Der Vorgang ist in der Verwaltung aktenkundig, wird im Umweltamt wegen Lärmbelästigung bearbeitet.

Der Verein hat aktuell von der Verwaltung eine Ausnahmegenehmigung für die Spiele in der Bundesliga erhalten. Die Verwaltung teilt auf WZ-Anfrage mit: „Die Abteilung Rollhockey hat für vier Spieltage der 1. Herrenmannschaft zur Teilnahme in der Rollhockey-Bundesliga im Oktober 2016 eine Ausnahmegenehmigung gemäß Landes-Immissionsschutzgesetz zum Betrieb von Tongeräten (Hallensprecher, Musikeinspielung innerhalb der Halle in der Pause) während des Spieltages beantragt. Die Ausnahmegenehmigung wurde vom Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung Krefeld erteilt.“

Ein Mitarbeiter des Amts war mittlerweile vor Ort, hat sich mit den Verantwortlichen des Vereins ausgetauscht. Die möchten sich zur aktuellen Situation nicht öffentlich äußern. Die Lärmsituation sei nicht unbedingt spezifisch für Rollhockey ist der Eindruck im Amt. Aus der umliegenden Nachbarschaft wurden, wie die Verwaltung bestätigt, von zwei Personen Beschwerden über Belästigungen im Zusammenhang mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb in der Halle vorgetragen. Neben den Geräuschen, die durch das Spiel direkt verursacht werden (Rollgeräusch, Schlag- und Aufprallgeräusch des Balles etc.) werden auch Geräusche, die durch das Verhalten der Zuschauer entstehen, als Grund der Belästigung genannt.

Zur Zeit werden die technischen und organisatorischen Maßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Verein und dem Fachbereich Sport und Bäder geprüft, um den Spielbetrieb so lärmarm wie möglich zu gestalten.

Bisher muss der Verein die bei solcherlei Beschwerden üblichen Maßnahmen einhalten, wie etwa Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Geräusch-Pegel sei überwiegend verhaltensbedingt. Gemessen worden sei die Lautstärke noch nicht. Dies, so verlautet aus dem Amt, schließe aber nicht aus, dass Messungen erforderlich werden könnten.

Die Spieler haben wenig Verständnis für die Beschwerde, richten eher einen Appell an den Gemeinschaftssinn. Einer äußerte sich in den sozialen Netzwerken: „Wie wäre es, wenn man einfach mal vorbeikommt und uns Hülser Spieler mit unterstützt, anstatt gegen den eigenen Verein Beschwerde einzureichen“. Er hoffe, die Anwohner könnten nun ihre neu gewonnene Ruhe jeden zweiten Samstag von 18 bis 19.30 Uhr genießen, während „wir Spieler schwitzend versuchen, ohne lautstarke Fanunterstützung für Hüls und unsere Fans zu gewinnen“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung