Kirche: Zangerle verlässt St. Cyriakus

Kirche : Zangerle verlässt St. Cyriakus

Der Kantor wechselt an den Xantener Dom. Heinz-Peter Kortmann übernimmt in Hüls.

Krefeld. Kantor Matthias Zangerle verlässt Hüls. Der 52-Jährige wird neuer Domorganist und Regionalkantor am Xantener Dom. Zum 1. September tritt er die neue Stelle an, die nach dem Paulusdom in Münster sicherlich zu den profiliertesten Kirchenmusikerstellen im Bistum Münster gehört. Sein Nachfolger steht schon fest: Neuer Kirchenmusiker in St. Cyriakus — als Teil der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Krefeld-Nordwest — wird Heinz-Peter Kortmann. Er ist zurzeit in der Pfarre St. Christophorus tätig. „Zangerle wirkte 28 Jahre als Organist und Chorleiter“, berichtet der zuständige Pfarrer Paul Jansen. „Da der Kirchenchor von St. Cyriakus in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert, will er die Chorarbeit bis dahin weiterführen und beim Jubiläum noch agieren.“

Zum runden Chor-Geburtstag wird am 30. Oktober, 11.15 Uhr, ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche zelebriert und am 6. November das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aufgeführt. „Die Verabschiedung von Matthias Zangerle findet im Rahmen eines Empfangs nach dem Festgottesdienst am 30. Oktober im Heinrich-Joeppen-Haus statt“, berichtet Jansen. „Die neue Stelle ist eine Auszeichnung für seine Arbeit. Ich bedauere seinen Weggang sehr.“

Zangerle begründet seine Bewerbung in Xanten damit, dass es eine besondere Stelle sei, mit sehr viel religionsgeschichtlicher Tradition. Außerdem: „Der Dom stammt in seinen Ursprüngen aus dem 9. Jahrhundert, es ist ein Stiftsmuseum angeschlossen und es befindet sich dort der Sitz des Weihbischofs.“

Die Orgel sei zwar nicht so gut wie die Metzler-Orgel in Hüls, aber es warteten neue Aufgaben auf ihn. „Ich werde einen Mädchenchor aus der Realschule in kirchlicher Trägerschaft aufbauen, um junges Publikum anzuziehen. Ich werde die Dom-Musik mit den Dom-Konzerten weiterführen und als Orgelsachverständiger und Ausbilder in Kirchenmusik arbeiten.“ Zangerle war einer unter 30 Bewerbern, von denen acht vorgespielt haben.

Für Heinz-Peter Kortmann bietet St. Cyriakus eine der interessantesten Stellen des Bistums. Auch wegen der Metzler-Orgel. Dieses besonders gute Instrument stehe in bester Kombination mit der Weidtmann-Orgel aus dem Jahr 1683 in der Konventskirche. „Ich habe die Weidtmann-Orgel im Januar spielen dürfen und war begeistert“, berichtet der 48-Jährige.

Das Instrument in der Pfarrkirche kommt seinem persönlichen Interesse als Musiker noch viel mehr entgegen. „Ich habe Kirchenmusik studiert, dann das Konzertexamen abgelegt und bin danach nach Paris gegangen. Dort habe ich mich intensiv mit der Symphonischen Orgelmusik beschäftigt, die am Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich ganz bedeutend war. Das habe ich am liebsten gemacht.“ Diese Musik könne er nun auf der Metzler-Orgel spielen, erklärt er weiter. Das habe ihm gefehlt.

Kortmann leitet mit großem Erfolg den von ihm gegründeten Crescendo-Chor, der nun sicher auch in Hüls zu hören sein wird. Voraussichtlich wird Heinz-Peter Kortmann seinen Dienst in Hüls am 1. November beginnen. „Ich freue mich auf die neuen Aufgaben und werde auch der Hülser Tradition folgen. Stichwort: Neujahrskonzert.“

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