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So lebt es sich im Hochhaus an der Kölner Straße in Krefeld

Spezial zur Kölner Straße in Krefeld : So lebt es sich im Hochhaus an der Kölner Straße

Wie sieht das Leben im 9. Stock des Hochhauses an der Kölner Straße 234 in Krefeld aus? Eine Familie hat es unserem Autor erzählt.

Der Blick vom großen Balkon vor dem Wohnzimmer geht über die Dächer und Kirchturmspitzen der Krefelder Innenstadt hinweg. Vom kleinen Balkon an der Küche kann Otto Aengenheister über Bäume in Richtung Fischeln schauen. „Bei gutem Wetter ist der Düsseldorfer Fernsehturm zu sehen. Und das Feuerwerk am Japan-Tag“, berichtet der 87-Jährige. Gemeinsam mit Ehefrau Inge (86) und Tochter Uta (55) lebt er in der neunten Etage des 14-stöckigen Hochhauses an der Ecke Kölner Straße/Untergath. Auch wenn nicht alles perfekt ist, sagt er: „Die Wohnlage hier ist gut.“

Sehr lange lebt die Familie Aengenheister noch nicht an der Kölner Straße: Erst 2018 ist sie aus Köln hierher gezogen. „Im Herkules-Hochhaus in Ehrenfeld hatten wir eine Wohnung im 18. Stock“, berichtet der Rentner, der aus Monheim stammt. Nach deren Verkauf habe man etwas Neues gesucht – und sich wieder für eine Wohnung in einem Hochhaus entschieden. Diesmal in Krefeld.

„Das Haus an der Kölner Straße hat uns gut gefallen“, berichtet der 87-Jährige. Einkaufsmöglichkeiten seien in unmittelbarer Nähe vorhanden. Gleich über die Straße hinweg gebe es mit Korff ein sehr gutes Restaurant. Vor dem Eiscafé an der Ecke Lerchenfeldstraße könne man im Sommer schön einen Kaffee trinken. Und auch die Verkehrsanbindung ist gut: Die Haltestelle der Straßenbahn befindet sich direkt vor der Tür. Was die Familie sehr zu schätzen weiß: „Auto fahre ich schon lange nicht mehr.“ Gleichwohl sei man in Nicht-Corona-Zeiten viel unterwegs – in die Innenstadt, aber auch mit der Bahn nach Düsseldorf und Köln. Nur wenige Haltestellen sind es von ihrem Wohnhaus bis zum Hauptbahnhof.

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Vor allem in die Domstadt zieht es die Aengenheisters häufig, da dort besonders viele Kinder ihres Vereins „Friends of Children“ Hilfe bei Schulproblemen erhalten. Dieser setzt sich seit Jahren für Kinder mit Schulproblemen und Behinderungen ein. Dafür war er zuletzt 2017 im Stadtteil Ehrenfeld mit einem Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden. Auch in Krefeld hat der Verein jetzt begonnen, sich zu engagieren: „An der Peterstraße haben wir einen Unterrichtsraum angemietet.“

Durch Corona derzeit ans Haus gebunden, ist die Wohnung der Aengenheisters zum Vereinsbüro geworden. „Gott sei Dank habe ich keine Langeweile. Die Betreuung der Kinder geht ja weiter – derzeit aber wegen Corona nur per Telefon und Internet. Das hält jung“, sagt der 87-Jährige schmunzelnd.

Vom Lärm auf den verkehrsreichen Straßen vor der Haustür bekomme man wenig mit. Während des Telefonats mit der WZ ist allerdings eine Polizeisirene deutlich zu hören. „Daran gewöhnt man sich“, sagt Aengenheister. Eher stört ihn, dass von den beiden Aufzügen im Haus gerade mal wieder einer defekt sei. Und auch der fehlende Pförtner wird beklagt. Denn auf die Einhaltung der durch die Corona-Schutzverordnung vorgeschriebenen Abstände achte im Haus niemand.

Ansonsten genießt der Senior die schöne Aussicht von den Balkonen. Und lässt sich dabei eine gute Zigarre schmecken.