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Wie ein Jugendzentrum in Krefeld mit der Corona-Krise umgeht

Spezial zur Kölner Straße in Krefeld : Wie ein Jugendzentrum mit der Corona-Krise umgeht

Das Jugendzentrum in Fischeln hält trotz der Schließung Kontakt zu seinen Besuchern. Die Mitarbeiter beweisen dabei Kreativität.

Ein Jugendzentrum ohne Jugendliche hat Jürgen Weiland, Leiter der evangelischen Einrichtung an der Kölner Straße 430, in seiner langen Berufslaufbahn noch nicht erlebt. Neben dem Nebeneingang an der Kölner Straße klebt ein großes Schild: Achtung! Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt das Jugendzentrum Fischeln voraussichtlich leider bis zum 03.05.2020 geschlossen. „Es wird langsam aber mal echt langweilig ohne euch!“, schreiben er und seine Teamkollegin Evelyn Matter auf der Facebook-Seite des Jugendzentrums.

Damit es umgekehrt ihren jungen Besuchern zu Hause nicht langweilig wird, haben die beiden für sie Tüten mit Bastelsachen gepackt. Wer immer mal wissen wollte, wie ein Bleistiftkreisel, eine Himmel-und-Hölle-Handpuppe oder ein eigener Stempel angefertigt werden, kann hier etwas lernen. Die Idee dazu hatte Evelyn Matter. Jürgen Weiland hat zum Beispiel das Perlenmikado statt in Miniatur mit einer Klopapierrolle und Strohhalmen in Groß aus zylindrischem Kaninchendraht und langen Stöcken und Tischtennis-Bällen nachgebaut.

Über die Ostertage konnten die Kinder jeweils ein Spiel ausleihen und fleißig basteln. Dass trotz sozialer Distanz Nähe möglich ist, beweisen die beiden Mitarbeiter durch ihre Filmbeiträge auf YouTube, bei Instagram und Facebook. Zu Beginn der Sommersaison des Spielmobils, ein mit Spielzeug und Spielen ausgestatteter Sprinter des Fördervereins, der die Spielplätze in Fischeln anfährt, gibt es für die Kinder gemeinsames Stockbrot-Backen. Wegen des „doofen Virus“ sind die Spielplätze derzeit jedoch geschlossen, und die schöne Tradition muss ausfallen. Oder doch nicht. Kurzerhand haben Weiland und Matter ein Video gedreht, mit einer Anleitung für das Erstellen des Brotteigs und wie man ihn am Stock im Backofen oder auf dem Grill backt. „Natürlich immer nur im Beisein der Eltern“, betont Weiland.

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Die finden die Anleitungen und Ideen der Jugendzentrums-Mitarbeiter teils richtig gut. Nach vielen Wochen gemeinsam zu Hause, ohne Schule, dafür mit Homeoffice eines Elternteils oder Kurzarbeit gehen vielen Eltern die Ideen aus, wie sie ihre Kinder auch alleine beschäftigen können.

Dass das Jugendzentrum nächste Woche wieder aufmacht, daran glaubt Weiland nicht. Vielmehr müssten erst Standards entwickelt werden, in welcher Form die Treffpunkte wieder öffnen können, ohne die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen wie auch der Mitarbeiter zu gefährden. Gemeinsam kickern etwa ist bei der nötigen Distanz gar nicht möglich. Die beiden werden sich etwas einfallen lassen.