1. NRW
  2. Krefeld

Krefeld in Corona-Zeiten: Die Geschichten und Gesichter einer Straße

Spezial : Krefeld in Corona-Zeiten: Die Geschichten und Gesichter einer Straße

Wie ist das Leben in Krefeld in Zeiten der Pandemie? Wir erzählen es am Beispiel der Kölner Straße.

Eine dieser Krefelder Verbindungen, die vom Rand bis ins Zentrum der Stadt führen: Unsere Redaktion hat Geschichten zusammengetragen, die sich an der Kölner Straße finden lassen. Einige Beispiele zeigen, wie sich das Leben während der Corona-Krise verändert hat, andere, was trotz dieser entsteht.

>>>Hinweis: Falls Sie per Smartphone über Google AMP auf diesen Artikel zugreifen, klicken Sie bitte hier, damit die eingebettete Karte mit weiteren Artikeln zum Thema angezeigt werden kann.<<<

Doch zunächst Fakten: Laut Angaben der Stadt ist sie etwa fünf Kilometer lang, von der Unterführung am Hauptbahnhof bis zur Stadtgrenze im Süden an der A44-Anschlussstelle Osterath.

„Erstaunlich ist, dass die Straße auf der gesamten Länge eine fast mathematische Gerade ist, die maximal um circa zehn Meter seitlich abweicht“, sagt Stadtsprecher Dirk Senger. Kurz vor der Untergath sei sie 30, im Fischelner Zentrum nur circa 15 Meter breit. Insgesamt stehen 1143 Gebäude (inklusive Anbauten, Garagen und Schuppen) an ihr, an der Kreuzung Untergath kommen laut einer Verkehrszählung im Schnitt mehr als 30 000 Fahrzeuge täglich vorbei.

Die Kölner Straße ist laut Stadt im Juli 1930 nach der Domstadt benannt worden. Der „uralte Heerweg“ von Süden nach Norden sei im Bereich Fischeln um 1830 zu einer Chaussee ausgebaut worden. Und wie wirkt sie heute? Eine Radfahrt von Hausnummer 1 bis über die 901 hinaus soll es zeigen. Los geht es unter der Stahlkonstruktion der Eisenbahnbrücke zum Hauptbahnhof, die Fußgänger, Radfahrer, Straßenbahnen, Busse und Autos auf dem Weg in die Innenstadt passieren. Nur für Stadttauben ist sie ein Ort, um zu bleiben. Ihr Kot bedeckt den Gehweg, ihre Geräusche hallen durch die Unterführung. Nur eine Ecke weiter wird das von Vogelgezwitscher aus Straßenbäumen abgelöst. Eine Frau mit Maske und einer Tasche mit bunten Tulpen passiert den Gehweg Richtung Innenstadt, ein Krankenwagen biegt mit Sirene ab in Richtung Klinikum.

An der Kölner Straße 1 ist weniger los. In einem Fensterbogen des Altbaus wird für ein Kampfkunst-Studio geworben. Der Eingang des Eckhauses ist eingerüstet, wirkt aber verlassen. Ganz anders ein paar Meter weiter: Ein Supermarkt präsentiert Gurken, Auberginen und Tomaten aufgehäuft auf Gemüsekisten, an einem Kühlwagen riecht es nach frischem Fisch. So vielseitig wie der erste Abschnitt, geht es weiter: Ab der Kreuzung Fütingsweg gibt es einen Szenenwechsel. Eine Allee wirkt nun als Begrenzung des vor allem in der Mitte der Straße rauen Pflasters. Die Bebauung ist dort viel dichter. Rechts zieht eine Reihe aus bunten Altbauten vorbei, noch poppiger präsentiert sich das Eiscafé Schöneweiß. Den Eingang säumen bunte Comic-Früchte, das ganze Gebäude ist in Pink gehalten. Etwas weniger farbenfroh präsentiert sich das Hochhaus an der Stelle, an der Ober- und Untergath zusammentreffen.

Nach der Kreuzung weitet sich die Straße, wirkt luftiger, bevor sie an der Persil-Uhr am Fischelner Park vorbei ins Stadtteil-Zentrum führt. Auf einigen hundert Metern brodelt dort das Leben. Jung und Alt ist mittags unterwegs, die meisten mit Masken. Der Verkehr stockt öfter, Parkplätze werden rarer, zahlreiche Geschäfte, Bäcker, Lebensmittelhändler, Banken und andere Dienstleister und Händler reihen sich ein. Vor der Sparkasse stehen die Menschen in einer Schlange. An der Südschule und einer Tankstelle vorbei geht es in Richtung Entspannung. Es folgen weite Felder, viele Bäume, eine einsame Bank und die Unterführung der A44. Hier endet sie – was eine Straße...