Spill läuft allen davon

Die Langstrecklerin von Bayer Dormagen holt sich beim Martinscross erneut den Sieg.

Fest im Griff hatten die Dormagener Bayer-Langstreckler die beiden Hauptläufe beim 46. Krefelder Martinscross des CSV Marathon auf der Edelstahl-Kampfbahn. Denn zum dritten Mal in Folge siegte die 22-jährige deutsche 800-Meter-Spitzenläuferin Tanja Spill, die damit den begehrten Wanderpokal nun für immer mit nach Hause nehmen durfte. Bei den Männern freute sich Spills Trainingskollege Joshua Nisius über den ersten, unerwarteten, aber hart erkämpften Sieg.

Für Tanja Spill, die bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt im Juli noch die Vizemeisterschaft über 800 Meter auf der Bahn geholt hatte, ist der Start beim Martinscross schon Tradition: „Wie oft ich allein als Schülerin schon hier war, kann ich gar nicht sagen. Aber es macht mir immer sehr viel Spaß, hier zu laufen, weil es der erste Wettkampf wieder nach der Bahnsaison und einer harten Trainingsphase ist.“ Spill, die zur EM nach Berlin will, feierte auf der Edelstahl-Kampfbahn einen Start-Ziel-Sieg, brauchte über die 3000 Meter niemanden zu fürchten. „Ich hatte nicht im Blick, wer alles am Start war, also habe ich sofort mit hartem Tempo die Spitze übernommen.“ Am Ende blieb die Stoppuhr bei 10:42 Minuten stehen, genau sechs Sekunden langsamer als vor zwei Jahren. Beim letzten Sieg war Spill mit 10:20 Minuten noch Streckenrekord gelaufen, hatte da aber die Uerdingerin Topläuferin Kira von Ehren im Nacken sitzen, die sich nur knapp geschlagen geben musste.

Zweite hinter Spill wurde die erst 15-jährige Anna Bommes aus Waldniel. Die Fünfte der Deutschen U16-Meisterschaften über 3000 Meter hatte kurz zuvor schon den Lauf in der Klasse W15 über knapp 1500 Meter gewonnen, durfte also gleich zwei Weckmänner nach Hause tragen. Joshua Nisius und der Essener Niklas Pospiech lieferten sich bei den Männern über 5000 Meter einen harten Kampf. Nisius, der teilweise bis zu 50 Meter Rückstand hinter seinem Konkurrenten hatte, schlug erst in der letzten Runde zu, machte zunächst mit einer Tempoverschärfung Boden gut, ließ dann nichts mehr anbrennen und hatte am Ende mit 16:31 Minuten genau acht Sekunden Vorsprung vor seinem Konkurrenten. Über 600 Meldungen lagen zum Cross beim Organisatoren-Ehepaar Edeltraut und Reinhard Boeck vor.

In den 20 Wertungsläufen über verschiedene Streckenlängen gab es allerdings nur zwei Krefelder Siege. Für den einen sorgte die erst 12-jährige Hannah Odendahl von Preussen Krefeld, die in Lauf 15 über 1052 Meter in 3:44 Minuten selbst der ein Jahr älteren Konkurrenz keine Chance ließ.

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