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Flüchtlingszeltstadt in Krefeld: Neue Möbel auf dem Müll?

Flüchtlingszeltstadt in Krefeld: Neue Möbel auf dem Müll?

CDU will im Sozialausschuss am Dienstag von Verwaltung wissen, ob die Stadt von der Auflösung der Flüchtlingszeltstadt in Forstwald wusste.

Krefeld. Keiner hat Geld. Die Städte ächzen unter mangelnden Finanzen, Vereine stöhnen wegen hoher Kosten. Stiftungen, Fördervereine und Ehrenamtliche stehen hoch im Kurs, um die öffentliche Hand zu entlasten. Umso unverständlicher ist es, wenn neue, nicht gebrauchte Einrichtungsgegenstände einfach entsorgt werden. So soll es mit dem Mobiliar der nie genutzten Flüchtlingshallen in Forstwald-Kaserne geschehen sein.

Die CDU-Fraktion hat deshalb für die Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Senioren am Dienstag folgende Anfrage gestellt: „Welche Möglichkeiten oder Angebote hatte die Stadt Krefeld, die nicht genutzten Einrichtungsgegenstände aus der geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Forstwald-Kaserne zu übernehmen oder an Dritte wie andere Institutionen, Organisationen und Privatpersonen weiterzuleiten?“ Weitere Frage: Wann und auf welchem Wege habe die Stadtverwaltung Kenntnis darüber gehabt, dass die Einrichtungsgegenstände entsorgt werden sollten?

Britta Oellers, CDU-Sprecherin im Ausschuss, sagte dazu: „Ich möchte jetzt zuerst einmal feststellen, ob es wirklich wahr ist, dass die Möbel im Müll gelandet sind. Ich kann es kaum glauben. Deshalb habe ich neben der Anfrage an den Ausschuss auch eine an die Bezirksregierung und die Malteser gerichtet. Letztere zeichnen als Betreiber der Unterkunft verantwortlich. Sie sehe ich im Dezember.“

Bei den Haushaltsberatungen würden die Politiker jeden Cent dreimal umdrehen, berichtet sie weiter. „Es ist bedenklich, wenn wir so mit Steuergeldern umgehen. Selbst wenn die 1000 Betten nicht nur einen Abnehmer gefunden hätten, es gibt immer soziale Einrichtungen oder private Haushalte, die sich über neue Sachen freuen. Sie hätten auch in Polen oder Rumänien gebraucht werden können. Das alles treibt mich um.“ Dies will sie nicht als Vorwurf verstanden wissen. „Ich weiß nicht, wie hoch der Druck war“, sagt die Christdemokratin weiter. Außerdem hätte keiner gewusst, wie sich die Flüchtlingsströme entwickeln würden. Man solle jedoch daraus lernen für die Zukunft. „Ich schätze die Arbeit der Malteser. Aber das ist nicht nachvollziehbar.“

Die Ratsfraktion der Linken zeigt sich „entsetzt, dass mit Steuergeldern leichtfertig umgegangen wurde.“ Wie könne es sein, dass neue Möbel wie Matratzen, Betten und Spinde auf dem Müll landeten? „Nach Rücksprache mit Caritas und Diakonie war Bedarf für Matratzen, Betten und Spinde für die Notschlafplätze vorhanden“, sagt Basri Cakir, Fraktionsvorsitzender der Linken. „Dem verantwortlichen Malteser Hilfsdienst sind einige Fragen zu stellen.“

Zum Beispiel: „Warum wurden Schulen oder Sportvereine nicht gefragt, die sich über neue Spinde gefreut hätten? Warum wurden Caritas und Diakonie nicht einbezogen? Warum gab es seitens des Malteser Hilfsdiensts keinen Kontakt zum Sozialamt. Cakir fordert: „Diese Verschwendung ist nicht hinnehmbar. Weiß die Verwaltung nicht, was in der Stadt geschieht?“