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Dem Zoo fehlen Erweiterungsflächen wegen Grotenburg-Ausbau

Sanierung : Dem Krefelder Zoo fehlen Erweiterungsflächen wegen Grotenburg-Ausbau

Die Stadt und der Zoo sind in Gespräche zur Sanierung der Grotenburg und den Auswirkungen auf den Zoo eingestiegen – Parkproblematik, Lärmschutz und Fluchtwege inklusive Zoobrücke.

Der Zoo wird ab sofort bei der Planung und Umsetzung des Ausbaus der Grotenburg für die 3. Liga mit eingebunden. Das ist die gute Nachricht für den Tierpark. Die Möglichkeit einer Zooerweiterung Richtung Grotenburg ist aktuell kein Thema mehr. Das ist die schlechte Nachricht und Fazit eines Gesprächs zwischen Stadtverwaltung, Zoo-Geschäftsführung und Zoofreunden. Zoodirektor Wolfgang Dreßen sagt: „Es gibt einen Ratsbeschluss zur Ertüchtigung der Grotenburg und wir werden jetzt mit unserem Nachbarn auf einen Nenner kommen. Wir sind jetzt einen Schritt weiter.“

Raumkonzepte von Zoo und Stadion sollten abgestimmt sein

Bei der WZ-Veranstaltung Krefeld hautnah Anfang November hatte Dreßen noch einen leidenschaftlichen Appell für den Zoo als überregionalen Besuchermagneten, Artenschutzzentrum und Bildungseinrichtung gehalten – und um die Option einer künftigen Erweiterung geworben. Im vergangenen Jahr haben Dreßen und seine Mitarbeiter mit einer halben Million Besucher im Jahr einen Rekord aufgestellt. Von dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Grotenburg und den Auswirkungen auf den Zoo hatte er erst aus der Zeitung erfahren. „Das Raum- und Besucherkonzept eines Zoos und das eines Fußballstadions müssen miteinander abgeglichen werden“, betont Dreßen, damit ein Konsens gefunden werden kann.

Stadt hat Zoo über Machbarkeitsstudie informiert

Ende vergangener Woche hat Beigeordneter Martin Linne die Zooverantwortlichen über den Inhalt der Machbarkeitsstudie informiert. Dreßen hatte den Beigeordneten bereits im Juli zur Aufsichtsratssitzung eingeladen. „Damals konnte zum Inhalt der Studie und den Möglichkeiten des Ausbaus noch nichts gesagt werden“, so Dreßen.

Bei dem jetzigen Gespräch sind entscheidende Punkte für den Zoo angesprochen worden. Dazu zählen der Lärmschutz, das Parkproblem und das Fluchtwege-Konzept, das für den Spielbetrieb in der 3. Liga gewährleistet sein müssen.

Parkproblematik rund um den Zoo ist bislang nicht gelöst

Wie das Parkproblem rund um den Zoo gelöst werden kann, ist bislang unklar. „Das vorgeschlagene neu zu bauende Parkhaus ist erst im zweiten Bauabschnitt bei einer Ertüchtigung für die 2. Liga vorgesehen“, sagt Dreßen. Derzeit gibt es drei Parkplätze. Der Zoo wirbt erfolgreich damit, das es in unmittelbarer Nähe kostenfreie Parkplätze (P1 und P2) gibt. Allerdings war der Parkplatz P2 an der Violstraße während der Problem- und stark besuchten Spiele für Zoobesucher ganztägig gesperrt, den Fußballfans vorenthalten, ebenso wie Parkplatz P3.

Wegen der hohen Geräuschkulisse während der Fußballspiele hat sich der Zoo zwischenzeitlich von Eulen, Blauducker-Antilopen und anderen Tierarten trennen müssen. „Bei vielen Tieren ist ein Gewohnheitseffekt eingetreten, so dass der Lärm nicht zu panischen Reaktionen führt.“ Außerdem haben alle Tiere die Möglichkeit, sich in ihren Gehegen zurückzuziehen. Der Besucher hingegen, der beim Zoobesuch eigentlich ungestört die Tiere beobachten will, kann sich dem Lärm kaum entziehen.“ Dreßens Sorge ist es, dass viele dieser Besucher nicht wieder kommen.

Schallschutz gibt es erst beim Ausbau für die 2. Liga

Einen möglichen Schallschutz werde es im ersten Sanierungsschritt nicht geben. „Höchstens auf technischer Ebene“, erklärt Dreßen. Es könnte eine neue Lautsprecheranlage gebaut werden, die besser zu regeln und anders ausgerichtet sei.

Baulich ändere sich nichts: „Die Ost- und Westtribüne werden nicht angepackt, die Ecken des Stadions bleiben zum Zoo hin offen.“ Erst im zweiten Schritt, wenn dass Stadion für die 2. Liga fit gemacht würde, stünde ein Neubau der Osttribüne an mit einer Schließung Richtung Affenhaus.

Bei einem Spielbetrieb in der Grotenburg müssen strengere Auflagen für Fluchtwege erfüllt sein. Für die Zuschauer der Nordtribüne geht es im Ernstfall über die „Lindenallee“ nach Westen raus; die nord-südliche Achse wird östlich geführt Richtung Parkplätze. „Die Zukunft der Zoobrücke ist bislang aber nicht klar“, sagt Dreßen. Um den Ansprüchen als Fluchtweg, aber auch als Rad- und Fußweg zu genügen, sei laut Dreßen ein Neubau der Zoobrücke notwendig. Die jetzige Querung sei mit ihrer niedrigen Balustrade und der geringen Breite ungeeignet. Laut Martin Linne ist eine gläserne Hülle möglich, die einerseits Einblicke in den Zoo gewährt, ihn aber gleichzeitig vor unerwünschten nächtlichen Besuchern schützt.