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Neue Hybridbusse in Krefeld sollen Stickoxidausstoß senken

Umwelt : Zehn neue Hybridbusse sollen die Luft verbessern

Die SWK haben rund drei Millionen Euro in Fahrzeuge investiert. Sie sollen Stickoxidausstoß in Krefeld senken.

86 Busse haben die Krefelder Stadtwerke im Einsatz. Zehn davon sind ab sofort sauberer als ihre „Kollegen“ unterwegs: Für rund drei Millionen Euro haben die SWK neue Diesel-Hybridbusse angeschafft.

Neu ist diese Technologie in Krefeld nicht: Schon seit 2010 werden hier zehn Hybridbusse eingesetzt. Diese werden nun durch die neuen Gelenk-Fahrzeuge ersetzt. „Die Technik hat sich verbessert. Außerdem würde der Wartungsaufwand erheblich steigen, wenn wir die alten Busse weiter einsetzen würden“, erläutert SW-Vorstand Carsten Liedtke dazu. Diese waren zuletzt immer öfter in der Werkstatt.

Ansonsten schwärmen er, der technische Leiter Burkhard Kupahl und Hans-Werner Rosin von der Daimler-Tochter EvoBus GmbH geradezu von den neuen Fahrzeugen. „Wir schlagen da ein völlig neues Kapitel in Sachen saubere Flotte auf“, sagt Liedtke. So falle der Kraftstoffverbrauch um 20 Prozent geringer aus als im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen. Und der Ausstoß an Stickoxiden und Feinstaub werde auch noch einmal deutlich gesenkt.

Bereits von 2010 bis heute sei der Stickoxid-Ausstoß der SWK-Busflotte um rund zwei Drittel von gut 350 Gramm pro Kilowattstunde auf 120 Gramm gesenkt worden. Die zehn neuen Busse seien in der Lage, auf unter 100 Gramm zu kommen. Sie verfügten über die neueste Euro-6-Norm. Der Stickoxid-Ausstoß bewege sich damit „nur noch in homäopathischen Dosen“, so Kuphal. Und auch der Rest der Flotte übertreffe immerhin schon die alte Euro-5-Norm. Busse mit Euro 4 oder noch älter werden bei den Krefelder Stadtwerke gar nicht mehr eingesetzt.

Eine Steckdose wird zum
Aufladen nicht gebraucht

Bei den zehn neuen Fahrzeugen handelt es sich um sogenannte Mild-Hybridbusse: Ein Elektromotor mit einer Leistung von 14 Kilowatt und einem Drehmoment von 220 Newtonmeterm kommt zwischen Automatikgetriebe und Verbrennungsmotor zum Einsatz. Er unterstützt beim Anfahren den Diesel. Das senkt den Kraftstoffverbrauch von knapp 50 (bisherige Fahrzeuge) auf 41 Liter pro 100 Kilometer – wobei ein solcher Bus im Stadtverkehr im Durchschnitt nur mit 20 km/h unterwegs ist, wie Hans-Werner Rosin zu Bedenken gibt: „Bei der Überführungsfahrt auf der Autobahn verbraucht er natürlich weniger.“

Eine Steckdose zum Aufladen der Batterie benötigen die neuen Busse nicht: In den Brems- und Schubphasen arbeitet der Elektromotor als Generator. Ein einmaliges Abbremsen von 50 km/h bis zum Stand genügt zur Aufladung. Der Stromspeicher ist hinten auf dem Dach montiert, so dass im Innenraum kein Platz verloren gehen: Der Hybrid-Gelenkbus verfügt über 159 Sitzplätze.

Mit den neuen Bussen wolle man nun Erfahrungen gewinnen und darauf aufbauend entscheiden, ob weitere Fahrzeuge angeschafft werden, berichtet Burkhard Kuphal. Derzeit gebe es einen richtigen Boom auf diese Technik, ergänzt Hans-Werner Rosin: „So viele Hybridmodule können wir gar nicht bekommen, wie wir derzeit liefern können.“ Bei der Entwicklung der Technik hätten auch die Erfahrungen aus Krefeld geholfen, wo die SWK im Vergleich zu anderen Städten besonders früh Hybridbusse eingesetzt habe. Ihr Verbrauch war zum Beispiel höher, als man 2010 erwartet hatte. Und anders als damals handelt es sich mittlerweile um echte Serienfahrzeuge.

Auch den möglichen Einsatz von reinen Elektrobussen hat man an der St. Töniser Straße im Blick: Gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein wurde in diesem Jahr ein Projekt aufgelegt, um das Potenzial batteriebezogener Elektrofahrzeuge zu ermitteln. Anfang 2019 wird die SWK in diesem Rahmen eine Woche lang einen Elektrobus unter Praxisbedingungen testen.