Zwei Düsseldorfer haben zusammen ein Catering-Unternehmen gegründet

Gründer : Von einer zufälligen Begegnung zur gemeinsamen Firmengründung

Kochen ist die große Leidenschaft von Fatima Sakka. Mit Hilfe ihres Nachbarn Karl Niemann macht sie die zum Beruf mit einem gemeinsamen Catering-Unternehmen.

Am Anfang ihrer gemeinsamen Geschichte steht gewissermaßen ein Bratapfel. Heute ist da ein startendes Catering-Unternehmen, Kurse an Volkshochschulen in der Region – und eine ungewöhnliche Freundschaft, die ein Beispiel für andere sein könnte.

Alles begann 2016, als Fatima Sakka (38) in eine der Wohnungen in dem Haus zog, in dem auch Karl Niemann (77) in einer Wohngemeinschaft wohnt. Fatima Sakka war mit ihrem Mann und fünf Kindern aus Syrien geflüchtet und fand in Düsseldorf ein neues Zuhause. Nachbar Karl Niemann lud die Familie zum Bratapfel-Essen ein. Die Gegeneinladung zu arabischem Essen gab den Anstoß für eine Geschäftsidee, die die beiden nun verwirklichen.

„Fatima hat mich zum arabischen Essen verführt. Ich habe das vorher noch nicht gekannt“, sagt Niemann. „Kochen ist schon immer meine Leidenschaft“, sagt Sakka. Bei immer mehr gegenseitigen Einladungen kam es dann zur Überlegung: Wie kann sie diese Leidenschaft zum Beruf machen? Denn immer wieder träumte Fatima Sakka vom eigenen Restaurant.

Nun hatte sie in Karl Niemann ein passendes Gegenüber in dieser Frage gefunden. Niemann, der lange Zeit als Manager gearbeitet hatte, war zuletzt in der Lebensberatung tätig. Als sogenannter Age-Manager begleitete er Menschen an Schwellen in ihrem Leben. Etwa von der Arbeit in den Ruhestand, vom Studium in den Beruf. Erfahrungen mit dem Start eines Geschäfts hatte er bereits. „Ich habe mich dann mal für Fatima schlau gemacht“, erinnert er sich. Ein Restaurant sei mit vielen Kosten verbunden – vielleicht solle man erst einmal kleiner einsteigen.

Jetzt haben die beiden ihr „Familien-Catering“ ins Leben gerufen. Arabische Speisen können bei Fatima Sakka bestellt werden, sie kommt mit fertigen Gerichten oder kocht vor Ort in der Küche der Besteller. „Fatima kocht überall da, wo Platz ist“, sagt Niemann. Zudem bietet sie auf ihrer Website die Gewürzmischungen an, die ihre Rezepte so besonders machen. Auch Kochkurse sind geplant.

Trotz des Altersunterschieds ist die Arbeitsbeziehung der beiden gleichberechtigt. Karl Niemann bringt sich mit Erfahrung und seinem gut gepflegten Netzwerk ein – wer Chef in dem kleinen Unternehmen ist, macht er aber deutlich. Die Chefin nämlich. „Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Nur so sind wir wirklich gut“, sagt Niemann. Wenn es aber zur offiziellen Gründung kommt, könnten die Verhältnisse auch anders verteilt sein.

Nun, da „Fatima kocht“ in den Startlöchern steht, hat Niemann schon die nächste Idee. Denn für ihn ist die Zusammenarbeit zwischen ihm und seiner Nachbarin ein Erfolgsmodell. Bei seiner Arbeit in einem Netzwerk für Senioren sei ihm immer wieder aufgefallen, dass viele, die in den Ruhestand treten sich das Gleiche fragen: Und jetzt? Dort sei noch viel Expertise und Willen vorhanden, anderen zu helfen.

„Ziel ist es, Menschen, die etwas geben wollen, mit welchen zusammenzubringen, die Unterstützung brauchen“, sagt Niemann. Einen älteren, ehrenamtlichen Paten mit einer jüngeren Person mit Flucht- oder Migrationshintergrund, die eine Idee oder ein Ziel hat. Für Niemann eine klassische Win-Win-Situation, bei der es für den Paten nicht unbedingt um Profit gehen muss.

Daraus entsteht nun ein weiteres Kurs-Konzept, mit dem Niemann und Sakka im kommenden Jahr starten wollen: Ihre eigenen Erfahrungen vorstellen und Tipps an die Hand geben, wie so eine Zusammenarbeit auch bei anderen klappen kann.

Drei Jahre nach dem ersten Bratapfel sagt Fatima Sakka heute: „Karl war mein Nachbar und ist dann ein Freund geworden.“ Und Karl Niemann ergänzt: „Und jetzt eben auch noch ein Geschäftfreund.“