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Zehn Jahre Haft für Serienvergewaltiger

Zehn Jahre Haft für Serienvergewaltiger

Düsseldorf. Der Serienvergewaltiger aus der Eifel muss für zehn Jahre in Haft. Der 46-Jährige wird in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht, entschied am Montag das Landgericht Düsseldorf.

Ein Gutachter hatte zum Auftakt vor zwei Wochen dem Angeklagten, dem Vergewaltigung und versuchte Vergewaltigung in neun Fällen zur Last gelegt werden, eine Sexsucht attestiert, die jedoch therapierbar sei.

Sollte der Mann vor Ablauf der Haftzeit als geheilt eingestuft werden, muss er den Rest der Strafe im Gefängnis absitzen. Gilt er bei Ablauf der Strafe weiterhin als gefährlich, kann er nach Angaben des Staatsanwalts Eberhard Harings auch länger in der Psychiatrie festgehalten werden. Der zweifache Familienvater aus Altenahr hatte bereits bei der Polizei ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Er gab zu, neben den Vergewaltigungen, verübt zwischen 1998 und 2010 in Krefeld, Düsseldorf, Bonn, Aachen und Köln, sich in in den vergangenen 20 Jahren rund 1000 Frauen mit einer "Mitleidsmasche" genähert zu haben.

Er täuschte eine Behinderung vor und bat etwa beim Toilettengang um Hilfe. Etwa 150 Frauen hatte er dabei genötigt, ihn sexuell zu befriedigen. Dafür kann der Mann nach deutschem Recht jedoch nicht belangt werden. 15 Jahre lang hatte der Schlosser ein Doppelleben geführt: Tagsüber arbeitete er, lebte mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in einem 1800-Seelen-Dorf in der Eifel. Nachts schlich er sich in sein Auto und fuhr an einigen Tagen rund 600 Kilometer umher - auf der Suche nach Frauen.

Staatsanwalt Eberhard Harings sagte, der Angeklagte habe sich völlig arglose Frauen als Vergewaltigungs-Opfer ausgesucht. Der Angeklagte habe ihre Todesangst ausgenutzt. Als Schlosser habe er gewusst, sich Zutritt zu ihren Wohnungen zu verschafften und bedrängte mit Strumpfmaske maskiert und einem Messer in der Hand die meist schlafenden Frauen. Der Verteidiger des Angeklagten sagte, sein Mandant habe niemals Spaß am Leid seiner Opfer empfunden, sondern sei von seiner Krankheit getrieben worden. Mit seinem Geständnis habe er mit seinem Leben aufräumen wollen, seine Tränen zeigten wahre Reue. Der Angeklagte bat erneut unter Tränen um Verzeihung: "Ich kann mich nur bei allen entschuldigen."