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Wie Take That bei ihrem Konzert in Düsseldorf das Publikum mitrissen

Konzert : Wie Take That bei ihrem Konzert in Düsseldorf das Publikum mitrissen

Der Auftritt in Düsseldorf hielt niemanden auf den Sitzen, vom Opa bis zur Enkelin. Und noch eine Sache war nicht ganz so wie in den 90er Jahren.

Sie können es noch immer — und wie. Take That haben am Samstag die ausverkaufte Halle an der Siegburger Straße in einem Maße in Beschlag genommen, das ihnen wohl nur wenige noch zugetraut hätten. Das Trio aus Gary Barlow, Mark Owen und Howard Donald (Robbie Williams und Jason Orange sind nicht mehr dabei) ist mit seiner 30-Jahre-Jubiläums-Tour unterwegs.

Die 1990 gegründete Band ist mittlerweile in ein stolzes Alter gekommen – und ihre Fans mit ihnen. Das dachte sich offenbar auch der Konzertveranstalter, als er die Halle komplett bestuhlte. Aus den kreischenden Teenies von früher sind reife Mütter geworden – das zumindest scheint man gedacht zu haben. Aber Gary Barlow hatte noch nicht einmal beide Beine auf die Bühne gestellt, da sprangen alle (!) von ihren Sitzen und sollten sie für den Rest des 90-minütigen Abends nicht mehr berühren.

„Guten Abend Dusseldorf, es ist schön, hier zu sein“, begrüßte Marc Owen das Publikum. Was folgte, war ein stimmungsvoller und erstaunlich energiegelandener Ritt von Anfang der Neunziger Jahre bis in die Jetzt-Zeit. Die Musik, das merkte man, hat sich in den letzten Jahren verändert, auch die Band selbst zeigte nicht mehr bei jedem Lied ihre Tanz-Künste. Und wenn doch, dann unter tosendem Gekreische.

Das gab es nämlich ebenso (vor allem bei älteren Liedern) wie die guten, alten Papp-Plakate mit Liebensbekundungen. Unterwäsche flog nicht mehr auf die Bühne – zumindest diese Zeiten scheinen vorbei. 

Ansonsten: Kein Playback, kein Abspulen der Klassiker. Nein, die Band hatte spürbar Lust, allen Müttern, Väter, Kindern und – ja, die gab es auch – Enkeln einen tollen Abend zu bereiten.

Ein Satz von Gary Barlow fasst den Abend gut zusammen:  „Erinnert ihr euch noch an die 90er? Ja? Wir auch, aber nur noch ein bisschen, es ist ja ewig her!“ An diesem Abend in Oberbilk waren viele Jugend-Erinnerungen auf einmal ganz nah.