Haydns "Vier Jahreszeiten" mit dem Jungen Kammerchor Düsseldorf

Chor-Konzert : Junger Düsseldorfer Chor singt Haydns „Vier Jahreszeiten“ mit großem Gefühl

Der Junge Kammerchor überraschte in der Garather St.-Matthäus-Kirche – genau wie die Solisten.

Aus Düsseldorfs südlichem Stadtteil Garath ist über ein überraschendes Konzert in der St.-Matthäus-Kirche zu berichten. Eine architektonisch und akustisch interessante Kirche, ein junger dynamischer Chor, der Junge Kammerchor Düsseldorf, ein professionelles Orchester, das Kourion Orchester Münster, dann die herausragenden Solisten Henrike Jacob (Sopran), Wolfgang Klose (Tenor), Sebastian Klein (Bass) und vor allem ein souveräner Dirigent Mathias Staut. Alle zusammen führten Joseph Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“ auf. In diesem Werk, 1801 entstanden, also drei Jahre nach Haydns erstem großen Wurf „Die Schöpfung“, verschmelzen lied- und opernhafte Ausdrucksmittel mit einem klassischen Instrumentalstil, geprägt von Empfindsamkeit und Aufklärung.

Die 34 Mitglieder des jungen Kammerchores gingen jede Emotion, jede Ausdrucksnuance mit, die ihr Dirigent vorgab. Die Gesangssolisten glänzten mit feinem, variablem und intonationsreinem Gesang. Das warme, geschmeidige Timbre des Tenors, die klare, fundierte Basstimme, die intonationssichere, strahlende Sopranistin: In Duetten und Terzetten sangen sie wunderbar aufeinander abgestimmt – und auch auf den Chor.

Die jungen Chorsänger konnten sich erstaunlich kraftvoll gegen den homogenen Orchesterklang durchsetzen, obwohl man sich in den beiden Schlusschören „O seht! Der große Morgen naht“ und „Lasst uns kämpfen, lasst uns harren“ gerne einen doppelt so großen Chor gewünscht hätte. Die Intensität dieser – ihrer Zeit entsprechend durchaus auch politisch zu deutenden – Botschaften von Unterdrückung und Befreiung hätte noch kraftvoller und eindringlicher klingen können.

Mehr von Westdeutsche Zeitung