1. NRW
  2. Düsseldorf

Street-Art: Virtuelle Ausstellung noch bis Freitag im Rathaus

Street-Art: Virtuelle Ausstellung noch bis Freitag im Rathaus

Mit VR-Brille kann man die Street Art in der seit 1994 geschlossenen Unterführung des Worringer Platzes besichtigen.

Düsseldorf. Im Foyer des Rathauses steht eine große Holzkiste, in der es in diesen Tagen zu interessanten Begegnungen kommt. Da ist der ältere Herr mit dem Stock, der sich die Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) aufsetzt, einfach losläuft und erzählt, wie es früher am Worringer Platz war. Da ist der Street-Art-Kenner, der ganz nah an die virtuelle Wand geht und sich immer wieder laut freut über noch einen Künstler, den er entdeckt. Da ist der Kulturschaffende, der nach seinem „Rundgang“ mit den Initiatoren diskutiert, wo man diese Ausstellung noch zeigen und was man in das Programm noch einbauen könnte. Und da ist der Oberbürgermeister, der so viel Spaß an der Schau hat, dass er die VR-Brille erst nach zehn Minuten wieder absetzt. Solche schönen Momente stehen auch diese Woche noch zu erwarten. Die virtuelle Ausstellung ist noch bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr im Foyer des Rathauses am Marktplatz 2 geöffnet.

Die Schau ist ein praktisches Beispiel des Slogans zur neuen Stadtmarke, „Nähe trifft Freiheit“. Die Menschen im Rathaus kommen sich näher in der Beschäftigung mit der Straßenkunst, gute Gespräche und große Entfaltungsmöglichkeiten sind zwei Stärken Düsseldorfs, die so zum Ausdruck kommen.

Ähnlich war die Situation, als die nun gezeigte Kunst vor knapp 24 Jahren entstand. Damals hatte die Stadt angekündigt, die Unterführung des Worringer Platzes zu schließen, und gab sie deshalb für Graffiti-Künstler frei. Im März 1994 kam es zu einem großen Treffen der Sprayer aus Deutschland und Europa — interessiert begleitet und beobachtet von vielen Düsseldorfern. Kurz danach wurden die Eingänge geschlossen und die Kunstwerke konserviert — ein höchst seltener Fall in der Street Art.

Da es aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, die Unterführung für Fans wieder zu öffnen, entstand die Idee zur virtuellen Schau. Ein Düsseldorfer Unternehmen machte mehr als 8500 hochauflösende Fotos in der Unterführung und programmierte damit die Ausstellung. Der Träger der VR-Brille kann sich frei in dem Raum bewegen, findet die Wände detailgetreu bis zum ein Quadratzentimeter kleinen Steinchen wiedergegeben und hört sogar die Bahn rattern. Zur Beruhigung: Droht der Nutzer im echten Raum (zehn mal acht Meter), die Wand der Holzkiste zu erreichen, warnt ihn das Programm rechtzeitig.