Cirque du Soleil nicht nach Heerdt

Cirque du Soleil nicht nach Heerdt

Die Bedenken der linksrheinischen Bürger gegen eine Dauerspielstätte haben überwogen. Düsseldorf ist aber weiter als Standort im Rennen.

Düsseldorf. Am Ende ging es mit Einsicht und Einigung ganz schnell. Die Ratsherren Giuseppe Saitta und Rolf Tups (CDU) sowie der Heerdter Schützenchef Andreas Bahners haben bei einem Termin mit Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) die Argumente der Bürger im Linksrheinischen gegen eine Dauerspielstätte des kanadischen Cirque du Soleil auf dem Simon-Gatzweiler-Platz erläutert. „Heerdt kommt als Standort nicht mehr in Frage“, bestätigte nun der Verwaltungschef auf Anfrage. Zugleich betonte er aber, dass er den berühmten Zirkus gerne in Düsseldorf hätte und sich weiter als deutscher Standort bewerben wolle.

Der Cirque du Soleil war in den vergangenen Jahren mit seinen Zelten regelmäßig für zwei, drei Monate zu Gast in Düsseldorf. Vertreter des Unternehmens hatten sich im Herbst 2017 hier umgesehen, um eine feste Einrichtung anzusiedeln, wie es sie bisher zum Beispiel in Las Vegas gibt. Dabei entwickelte sich der Simon-Gatzweiler-Platz in Heerdt zunächst zum Favoriten. Dieser dient als Park-&-Ride-Platz, im August steht dort das Festzelt der Schützen.

Während für Letzteres eine Lösung denkbar gewesen wäre, führte der erste Punkt zu den entscheidenden Gegenargumenten: Für eine Attraktion wie den Cirque du Soleil gibt es keine vernünftige Verkehrsanbindung. Das Parkhaus des benachbarten Vodafone-Campus kann nicht genutzt werden. Neben dem Simon-Gatzweiler-Platz entsteht eine neue Abfahrt von der Brüsseler Straße, und die großen Neubaugebiete bringen ohnehin viele Autos und Nahverkehrsnutzer zusätzlich in den Stadtteil. „Wir sind ausdrücklich dafür, den Cirque du Soleil nach Düsseldorf zu holen. Das wäre ein großer Gewinn. Aber es muss eben passen und an seinem Standort allen Spaß machen“, sagte Saitta.

Nun steht Düsseldorf vor zwei Fragen: Welcher Standort kommt stattdessen in Betracht? Und wie stehen die Chancen überhaupt? Die Kanadier hatten schon bei ihrem Besuch mehrere Varianten geprüft. Wichtig ist ihnen, dass es eine gute Anbindung an den Nah- und den Zugverkehr gibt, sich eine Autobahn in der Nähe befindet und ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Die Theodorstraße in Rath erfüllt diese Voraussetzungen, sie wird in der Diskussion um die Spielstätte immer wieder genannt.

Das setzt aber eben voraus, dass Düsseldorf überhaupt den Zuschlag erhält. Ein ganz wesentliches Argument für die Interessenten ist das Einzugsgebiet. Wer wesentliche Teile des Jahres mit seinem Programm bespielen will, sucht die größtmögliche Zahl potenzieller Zuschauer im kleinstmöglichen Radius. Düsseldorf kann da mit einer zweistelligen Millionenzahl argumentieren. Es soll unter den anderen Bewerbern aber auch Städte geben, die den Kanadiern finanzielle Anreize machen. An solch einem Wettbieten will sich das hiesige Rathaus dem Vernehmen nach nicht beteiligen.

Die Gespräche über die mögliche Dauerspielstätte werden voraussichtlich noch bis zum Frühjahr andauern, dann stehen entweder der deutsche Standort oder zumindest die Düsseldorfer Chancen, dies zu sein, fest.

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