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Parkscheine in Düsseldorf bald 24 Stunden erforderlich?

Verkehrskonzept : Parkscheine in Düsseldorf bald 24 Stunden erforderlich?

Die Stadt Düsseldorf arbeitet an einem Konzept, um Anwohnern die Parkplatzsuche zu erleichtern. Das soll jedoch auf Kosten der Nicht-Anwohner gehen.

In den politischen Gremien kursiert in diesen Tagen ein Papier, das den Bewohnern vieler Viertel Freude macht – und allen anderen Autofahrern ein paar Ausgaben mehr abverlangt. Im Mittelpunkt des Konzepts zur so genannten Parkraumbewirtschaftung steht die Idee, die Zeiten zu verlängern, in denen Nicht-Anwohner einen Parkschein ziehen oder eine Parkscheibe nutzen müssen. Stufenweise soll das Ganze auf 24 Stunden und sechs Tage die Woche ausgedehnt werden. Dadurch sollen in den Abendstunden und am Samstag mehr Parkplätze für Anwohner zur Verfügung stehen, heißt es im Konzept. Und: „Berufspendler sollen in der Folge verstärkt in den privaten Raum (Parkhäuser) beziehungsweise auf Firmenparkplätze verlagert oder aber zum Umstieg auf Verkehrsmittel des Umweltverbunds (ÖPNV, Radverkehr, zu Fuß) motiviert werden.“

Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass der Raum in der wachsenden Stadt immer knapper wird und insbesondere in den zentralen Stadtteilen dadurch die Probleme der Bewohner wachsen, einen Parkplatz zu finden. Ziel des Ganzen ist deshalb, das Bewohnerparken auszubauen – zeitlich wie beschrieben und darüber hinaus auch in Stadtteile, in denen es dies bisher nicht gibt. Das trifft auf weite Teile des Linksrheinischen sowie das Gebiet hinter dem Hauptbahnhof zu. 

Eine Folge der Ausdehnung ist, dass die Gebühren neu bestimmt werden sollen. Bisher gibt es drei Zonen von Zentrum nach außen, in denen 2,90 Euro, 2,10 Euro oder 1,50 Euro pro Stunde anfallen. Die Zonen werden neu geschnitten, zudem ist beabsichtigt, mit auf ganze Zahlen auf- oder abgerundeten Euro-Beträgen den Überblick zu verbessern.

Ein weiteres Feld des neuen Konzepts betrifft Flughafenparker, Messegäste sowie die Beschäftigten von großen Unternehmen oder Krankenhäusern. Sie nutzen, so die Beschwerden der Anwohner, in vielen Fällen öffentliche Parkplätze. Wie dies verändert werden kann, will die Verkehrsverwaltung untersuchen und dabei auch die Belange der Berufspendler in Gewerbegebieten berücksichtigen.

Das Konzept schließt mit einem wichtigen Satz: All diese Ideen helfen den Anwohnern nur, wenn es entsprechende Kontrollen gibt. Deshalb soll die Verkehrsüberwachung des Ordnungsamts mehr Personal erhalten.