Triathlon T3 Düsseldorf: Triathlon wird zur doppelten Generalprobe

Triathlon T3 Düsseldorf: Triathlon wird zur doppelten Generalprobe

Titelverteidigerin Laura Lindemann testet ihre Form für Olympia, für die Macher ist es die letzte Ausgabe vor der EM 2017.

Düsseldorf. Der Tag, auf den Laura Lindemann seit Jahren hinarbeitet, lässt noch etwas auf sich warten. Am 20. August kämpfen die besten Triathletinnen der Welt um die Medaillen bei den Olympischen Spielen im brasilianischen Rio de Janeiro. Dann muss die Berlinerin topfit sein, dann muss alles klappen.

Auf dem Weg dahin soll aber auch der Sonntag ein ganz besonderer Tag für Lindemann werden. Dann feiert sie nicht nur ihren 20. Geburtstag, dann möchte sie in Düsseldorf auch ihren Deutschen Meistertitel auf der Sprintstrecke verteidigen und mit einem guten Gefühl in die entscheidenden Wochen der Olympia-Vorbereitung gehen.

„Den Titel an meinem Geburtstag zu verteidigen, wäre schön“, sagte Lindemann gestern bei der Pressekonferenz am Hafen und machte keinen Hehl daraus, dass es ihr um nichts weniger geht. Obwohl auch die aktuell Zweite im WM-Ranking 2016, Jodie Stimpson aus Großbritannien, am Start ist. Doch Lindemann ist es gewohnt, nach dutzenden Kilometern im Wasser, auf dem Rad und in Laufschuhen ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen: Die noch 19-Jährige ist nicht nur aktuelle Deutsche Meisterin, in den vergangenen beiden Jahren war sie auch bei der Junioren-Europameisterschaft sowie der Junioren-Weltmeisterschaft nicht zu schlagen.

Da verwundert es wenig, dass sich die Organisatoren des T3-Triathlons in Düsseldorf Lindemann als Zugpferd für die sechste Auflage der Veranstaltung ausgesucht haben. Mit Blick auf die rund 40 000 Zuschauer, die bereits vergangenes Jahr an der Strecke standen, wäre das wohl nicht nötig gewesen. Aber die aktuelle Ausgabe des Triathlons ist auch für die Macher des Wettbewerbs etwas Besonderes: Sie ist die Generalprobe für die Europameisterschaft im nächsten Jahr am selben Ort.

Dass nach der Deutschen Triathlon Union (DTU) bald auch der europäische Verband (ETU) auf Düsseldorf für seine Titelkämpfe setzt, liegt an den Möglichkeiten, die die „großartige Kulisse Medienhafen“ (DTU-Geschäftsführer Matthias Zöll) bietet: „Wir freuen uns, dass mehr und mehr unserer Wettbewerbe in großen Städten stattfinden. Das bedeutet mehr Zuschauer und schönere Bilder“, sagt ETU-Generalsekretärin Kathleen Smet und freut sich bereits, wenn nächsten Jahr mehr als 2000 Athleten aus 42 Ländern am Start sind. Bilder ihrer Sportler vor futuristischen oder historischen Gebäuden sowie vollen Tribünen lassen sich eben leichter vermarkten als solche von anonymen Baggersehen oder Landstraßen im Nirgendwo.

Doch nun steht erst mal die Generalprobe an. Mit allerlei Rennen und Wettbewerben (siehe Kasten). Den Höhepunkt bilden die Eliterennen der Frauen (11 Uhr) und der Herren (12.30 Uhr), bei denen der Olympia-Dritte von 2004, Sven Riederer (Schweiz), sowie die Deutschen Justus Nieschlag, Junioren-Europameister 2011, und Jonathan Zipf als Favoriten gelten. Damit die Zuschauer die Athleten häufiger zu Gesicht bekommen, wurde extra die Rundenzahl erhöht. „Zudem werden die Elite-Rennen erstmals Live im Internet übertragen“, freut sich Sonja Oberem, die Sportliche Leiterin des Düsseldorfer Triathlons.

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