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Ton-Talent 2011: Hinter jedem Song steckt eine Wahrheit

Ton-Talent 2011: Hinter jedem Song steckt eine Wahrheit

Felix Hein ist das Ton-Talent 2011. Seine Lieder komponiert der 18-Jährige selbst. Jetzt steht für ihn erst einmal das Abitur an.

Düsseldorf. Musik und Leistungssport sind die Leidenschaften des Düsseldorfer Schülers Felix Hein. Den 6. Mai 2011 wird der 18-Jährige nicht so schnell vergessen. Denn an diesem Tag hat er den Wettbewerb Ton-Talente in der Tonhalle gewonnen.

Schüchtern und ungläubig guckte er damals drein unter den zehn Mitbewerbern, die aus einer Gruppe von über 200 Kandidaten zum Finale geladen wurden. Felix Hein wirkt nicht wie der vor Stolz berstende Siegertyp, sondern eher bescheiden. Im Gespräch macht er einen natürlichen aber auch willensstarken Eindruck.

Das mit dem Singen habe eher zufällig vor zwei Jahren angefangen, sagt Hein. „Ich sollte beim Abschlussgottesdienst meiner alten Schule singen, und da ich schon immer gerne unter der Dusche gesungen habe, war ich dabei.“ Der erste öffentliche Auftritt war wohl die Initialzündung. Musik ist für ihn seitdem immer wichtiger geworden. „Ich habe mir das Gitarrespielen selbst beigebracht ohne Noten lesen zu können“, sagt das Ton-Talent, das bis vor kurzem zudem noch viermal pro Woche Fußball spielte. Der Sport stehe nun vorübergehend etwas zurück.

Kein Wunder, schließlich befindet sich der Schüler im Abi-Jahr und bastelt schon etwas an der Musikerkarriere. „Es haben sich zwei Musikproduzenten gemeldet, einer aus Hamburg und einer aus Berlin“, sagt er. In Planung sei die erste CD.

Doch Konkretes könne man jetzt noch nicht sagen, auch Konzerte stünden erst mal nicht an. Noch einmal in der Tonhalle aufzutreten fände er schon interessant. „Das war ein unglaubliches Erlebnis, vor so vielen Leuten zu singen.“ Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt habe er ja nur vor 50 Zuhörern gestanden und dann plötzlich vor mehr als 1000.

„Erst war ich irgendwie dagegen, mich als Ton-Talent zu bewerben“, sagt der Musiker. Er habe gedacht, das wäre eine Casting-Show im kleinen Rahmen. „Ich wusste auch nicht, ob ich überhaupt gut genug dafür bin.“ Bislang habe er positives Feedback vor allem übers Internet bekommen, wo er Videos von seinem Gesang mit Gitarre veröffentlicht hat. 210 000 Mal sei ein Beitrag von ihm aufgerufen worden.

Dem aktuellen Mainstream stehe er derweil skeptisch gegenüber. „In den üblichen Casting-Shows werden Marionetten in einen Anzug gezwungen und es wird alles vorgegeben, was sie singen sollen; man fühlt sich da nicht als Künstler“, meint Hein.

Bei den Ton-Talenten habe man dagegen jede Freiheit gehabt. Im Anschluss habe er noch Tipps vom Düsseldorfer Musikproduzenten und Jury-Vorsitzenden Dieter Falk bekommen. „Er hat mir geraten, meinen ganz eigenen Weg zu gehen.“

Und für Hein gehöre dazu, dass hinter den Liedern wahre Geschichten stecken. Doch ins reine Künstlerleben will er sich nicht stürzen. Nach der Schule plant er, Sport und Englisch auf Lehramt zu studieren. Ein gesetztes Lehrerleben mit Familie könne er sich aber nicht vorstellen. „Ich bin ein Mensch, der das Abenteuer liebt.“