Musikproduzenten von morgen zeigen Talent

Musikproduzenten von morgen zeigen Talent

Beim Kulturrucksack-Workshop „Sing deinen Song“ nahmen elf Kinder ein von ihnen geschriebenes Lied auf.

„Höher und schneller und weiter — Wir fallen niemals tief!“ So schallt es rund um den Flügel von Simon Binkenborn, der die jungen Sänger begleitet. „Das war ein bisschen zu langsam“, unterbricht er die Generalprobe vor den Gesangsaufnahmen. „Nochmal!“ Im Rahmen des diesjährigen Kulturrucksacks haben elf Elf- bis Dreizehnjährige unter der Leitung von Maik Ollhoff und Simon Binkenborn innerhalb von fünf Tagen einen eigenen Song geschrieben und aufgenommen.

Bevor es ans Texten ging, musste zuerst ein Thema her. „Es war uns wichtig, dass sich alle im Song wiederfinden“, betont Maik Ollhoff. „Zwischen Schulferien, Einhörnern und Fußball war vor allem Freundschaft eine Schnittmenge der vorgeschlagenen Themen.“ „Neue Schule, neues Glück — Es gibt kein Zurück für mich“ beginnt der Song, über dessen Titel sich die Jungkünstler noch uneinig sind. Er erzählt die Geschichte einer Freundschaft auf den ersten Blick, von „Freiheit für dich und mich“ bis hin zum ersten Streit.

In Zweiergruppen haben die Kinder einzelne Strophen geschrieben und im Anschluss gemeinsam mit den beiden Anleitern eine Melodie erarbeitet. „Wir helfen natürlich dabei, dass der Text rhythmisch zur Musik passt“, sagt Maik Ollhoff. „Aber eigentlich kommt alles von den Kids. Es ist wirklich beachtlich, was für große Themen und sprachliche Bilder sie eingebracht haben.“ Bereits zum dritten Mal ist das Projekt Teil des Kulturrucksacks.

Besonders spannend war für die Nachwuchsmusiker die Aufnahme in Simon Binkenborns Heimstudio. „Es ist total komisch, seine eigene Stimme zu hören“, sagt Meret (13). „Ich fand das cool“, sagt Vincent (11), der auch die Klavierstimme eingespielt hat. „Aber am Anfang ist man schon ein bisschen aufgeregt.“ Fabian (13) hat seine Mandoline dabei: „Maik und ich haben grade ausprobiert, welche Töne zu den Akkorden passen. Vielleicht spiele ich gleich noch was ein!“ Milla, mit neun Jahren die Jüngste im Bunde, will etwas auf der Blockflöte beisteuern. Zum Abschluss des Projekts erhält jeder eine CD mit der Aufnahme; das Cover gestaltet jeder für sich.

„Der Song endet damit, dass man sich bei seinem Freund entschuldigt, weil man ihn vermisst“, verrät Hannah (12). Ob die Freundschaft bestehen bleibt, wird allerdings offengelassen. Was am meisten Spaß gemacht hat? „Das Singen“, sind sich viele einig. „Das Zusammenarbeiten in der Gruppe“, findet Elina (11). „Wir haben uns diese Woche gut kennengelernt und sind Freunde geworden“, fügt Vincent hinzu.

Auch in der kommenden Woche bietet der Kulturrucksack von Montag bis Freitag noch einmal verschiedene Workshops für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. Fast überall gibt es noch freie Plätze: Getanzt wird im Jugendzentrum Heinrich Böll Straße, am Arrenberg werden Rap, Breakdance, DJing und Graffiti ausprobiert und im Kolkmannhaus der Bergischen Musikschule nehmen zwei Trommler ihre Teilnehmer mit auf eine rhythmische Klangreise.

Der Kulturrucksack ist ein Förderprogramm des Landes NRW, das in Wuppertal vom Kulturbüro und dem Fachbereich Jugend und Freizeit gemeinsam mit der Börse durchgeführt wird. Die Teilnahme ist kostenfrei, für das Mittagessen fällt eine Gebühr von 25 Euro (ermäßigt 12,50 Euro) an.

Anmeldungen sind unter wuppertal-live.de und an den üblichen Vorverkaufsstellen möglich.

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