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Museum Kunstpalast: Geschenke von Tal R für den Ehrenhof

Museum Kunstpalast: Geschenke von Tal R für den Ehrenhof

Vier neue Räume im Museum Kunstpalast für Willi Kemp, Erwin Eisch, Tal R und die klassische Moderne.

Düsseldorf. Vier Ausstellungen von hoher Qualität sind im jüngsten „Spot on“ des Museums Kunstpalast zu bewundern. Dabei erstaunen vor allem die Dauerleihgaben aus der Stiftung der Stadtsparkasse, die sich diesmal auf Tal R (Foto: JD) beziehen, der sich im Gegenzug mit drei Schenkungen revanchiert. „Zig versus Zag“ heißt die Schau.

Tal Rosenzweig Tekinoktay, Sohn einer dänischen Mutter und eines tschechischen Vaters, wurde während des Sechstagekriegs 1967 in Tel Aviv geboren, lebt in Kopenhagen und unterrichtet seit 2004 in Düsseldorf. Was seine Kunst auszeichnet, ist die Schwerelosigkeit, die Lust am Spiel mit Farben und Formen. Er versteht sich als „Segler zwischen den Kulturen“.

Unter anderem besitzt das Museum eine frühe Serie des Künstlers, „Boy meets Girl“, Junge trifft Mädchen, von 2002. Das Kennenlernen der beiden jungen Menschen enthält zugleich das Ende der Beziehung. Der Verlust wird mit Totenköpfen als Vanitasmotiv dargestellt.

Vor 50 Jahren wurde im amerikanischen Toledo die Studioglasbewegung gegründet. Fortan war es möglich, Glas im eigenen Studio zu blasen. Der deutsche Glaskünstler Erwin Eisch nahm an diesem Treffen nicht teil, aber als Familienmitglied der Eisch-Hütte schuf er Inkunabeln des Glases. 1962 lernte ihn der amerikanische Initiator, Harvey Littleton, kennen und sorgte für den Kontakt nach Amerika. Dort wurde Eisch zum großen Vorbild der Amerikaner, während er in Deutschland seine führende Rolle erst erkämpfen musste. Die städtische Galerie Oberhausen etwa fand noch 1992 nichts Besonderes an seinen Werken und stieß ihre frühe Sammlung ab. Helmut Ricke, damals Leiter des Düsseldorfer Glasmuseums, griff beherzt zu. Die Ausstellung am Ehrenhof zeigt all die Schätze, die Ricke für Düsseldorf ankaufen konnte.

„Mehr Weiß als Schwarz“ nennt sich diesmal der Aspekt aus der Sammlung Kemp. Er belegt, wie konsequent der Düsseldorfer Sammler die Zeit des Informel und der Zero-Kunst begleitete. Dabei spielt der Purismus eine große Rolle. Weiße, schwarze und zwischen beiden Nichtfarben vermittelnde Leinwände und Objekte beginnen im Informel und führen bis zur internationalen Avantgardekunst.

Es gibt einige hochrangige Werke von Gotthard Graubner, Gerhard Hoehme und den beiden Künstlerfreunden des Sammlers, K.O. Götz und Carl Buchheister. Von Letzterem wird das „Bild mit schwarzem Keil“ gezeigt, eine konstruktivistische Ikone dieses Pioniers der Abstraktion in Deutschland. Kurator Kay Heymer lobt die „formale Konsequenz, Eigenständigkeit und Strenge“, mit der Willi Kemp seine Sammlung aufgebaut hat.

Einen Extrakt der ständigen Sammlung, die wegen Schäden am Dach ausgelagert ist, zeigt das Museum im Obergeschoss. Darunter befindet sich Arnold Böcklins „Schlafende Diana“ mit einer schlafenden Frau, der in der spukenden Umgebung magisch aufgeladen wirkt.