Was das Museum Kunstpalast 2018 zeigen will

Was das Museum Kunstpalast 2018 zeigen will

Ikonen mit PS, Klassiker der Kunstgeschichte und eine Ausstellung mit Malerei von Dürer bis Richter plant der neue MKP-Chef.

Felix Krämer, seit 100 Tagen neuer Generalintendant im Museum Kunstpalast, bietet noch keine Handschrift im Ausstellungsprogramm, sondern von Vielem etwas. Das sind beispielsweise 25 legendäre Sportwagen der 1950er bis 1970er Jahre ab 29. September. Dabei stützt er sich auf Dieter Castenow, der in seinem Rennstall einige Kostbarkeiten hat. Die „ästhetische Qualität“ und weniger der Umgang der Künstler mit den schicken Schlitten stehe im Vordergrund. Genannt werden der Mercedes Benz 300 SL, der aerodynamisch gestaltete Jaguar E-Type oder die schnittig elegante Giulietta Spider von Alfa Romeo. Werner Lippert hatte 1999 seine Karriere im NRW-Forum nebenan mit der Schau „und läuft und läuft und läuft“ begonnen. Man darf gespannt sein, wer gewinnt.

Foto: smkp

Als Kontrastprogramm zum Statussymbol der High Society ist die Retrospektive von Walter Ophey zu werten. Seine Witwe hatte nach dem Krieg den künstlerischen Nachlass ihres Mannes ans Museum gegeben, gegen eine so kleine Rente, dass sie nur mit Hilfe ihres Neffen über die Runden kam. Heute zählt Ophey zu den genialen Farbgestaltern der Moderne.

Viele Programmpunkte wurden weitgehend von Krämers Vorgänger Beat Wismer bestimmt. Die „Große Düsseldorfer“ mit 146 Positionen aus dem Rheinland startet am 28. Januar. Der „Ehrenhof-Preis“ geht an die junge Fotografin Morgaine Schäfer. Und die Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie sollen sich im Wettkampf mit Rembrandt-Radierungen als eine neue Generation von Zeichnern und Radierern beweisen (ab 9. März).

Die Kunst der Stars verspricht die Ausstellung „Black & White“ mit Malerei von Dürer bis Eliasson ab 22. März zu werden. Hier wird auf alle grellen und bunten Farben verzichtet. Stattdessen gibt es Grisaillen, Lichtinstallationen und graue Töne von Gerhard Richter über Mantegna bis Tizian, Rubens und Rembrandt bis Picasso. Die Blütenlese wird von der National Gallery in London organisiert, in Zusammenarbeit mit dem Museum Kunstpalast.

Zum 100. Geburtstag des Jungen Rheinland im Jahr 2019 startet ab 2. Februar 2019 eine Blütenlese zur Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Max Ernst, zeitweise Mitglied der Künstlergruppe, beschrieb rückblickend den gemeinsamen „Durst nach Leben, Poesie, nach Freiheit, dem Absoluten, nach Wissen“. Es sei alles „zu schön, um wahr zu sein“. Aus der Schatzkammer des Glasmuseums Hentrich werden 260 wertvolle Gallé-Gläser ans Tageslicht gebracht. Der Höhepunkt im Jahr 2020 ist dann die Retrospektive von Angelika Kauffmann. Monika Baumgärtel arbeitet an der „starken Frau“ des 18. Jahrhunderts seit 20 Jahren.

Mehr von Westdeutsche Zeitung