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museum kunst palast: Böser Tanz der Gasmasken

museum kunst palast: Böser Tanz der Gasmasken

Am Freitag um 17.30 Uhr beginnt am Ehrenhof eine Kunstnacht. Dix steht im Mittelpunkt.

Düsseldorf. Otto Dix (1891 bis 1969) hatte sich 1914 freiwillig in Dresden als Rekrut gemeldet. Er kämpfte als Maschinengewehrschütze in der Champagne, in Flandern, an der Lorettohöhe und an der Somme.

Mit einer Karbidlampe saß er im Schützengraben und malte gespenstische Nachtbilder. Als diese Werke nach dem Krieg keine Abnehmer fanden, konzentrierte er sich auf die Grafik, in der sich der Horror, die Leichen im Drahtverhau, die Gruselgestalten im Astwerk, die Selbstmörder, der Tod und die Auferstehung besser fassen ließen.

Unter dem Titel "Zeit des Wahnsinns" präsentiert das museum kunst palast einen grafischen Überblick der 20er-Jahre aus eigenen Beständen.

Die Schau am Ehrenhof ist aufs engste mit Düsseldorf verbunden. Dix war im Oktober 1921 erstmals von Dresden nach Düsseldorf gekommen, auf Einladung der Kunsthändlerin Johanna Ey und des Sammlers Hans Koch. Hier spannte er dem Sammler Koch seine Ehefrau Martha aus. Sie wurde die Frau im Leben des Otto Dix. "Jim und Mutzli", bildeten ein glückliches Paar mit vielen Kindern.

Dix wurde im Rheinland begeistert aufgenommen. Heinrich Nauen besorgte ihm ein Meisterschüler-Atelier. Der Werkstattleiter der Akademie, Wilhelm Herberholz, brachte ihm die grafischen Techniken bei.

Aus Dix brachen nun die aufgestauten Bilder heraus. Es entstehen gierige Matrosen, verwelkte Liebespaare, Nachtclub-Glitzer, Lustmorde und ähnlich abgründige Motive. Der Selbstbeobachter mit dem pomadigen Haar und der vorgeschobenen Unterlippe durchdringt mit grimmig prüfendem Blick die Situationen.

Tod und Auferstehung, Figuren im Zirkuszelt wie im Schützengraben werden zu seinen Themen. Sein Alter Ego erscheint 1922 als Gliederpuppe und dadaistischer Knickerbocker-Träger, ein Beil im Gehirn und eine Schraube im Herz. Die Indianer schießen auf seinen Bildern zurück, Jeanne de’Arc erscheint als abstürzendes Tanzmariechen. Glasklar komponiert gibt sich die Welt am Abgrund.

1924 entsteht das grandiose Mappenwerk "Der Krieg" mit 50 Blättern. Diese Radierungen in verschiedensten Techniken gelten als die eindringlichste Anklage gegen den Krieg. Kurator Christoph Danelzik-Brüggemann: "Die Blätter machen Dix zum wichtigsten deutschen Grafiker der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts."