Düsseldorfer Oper und Ballett am Rhein für Faust-Preis nominiert

Nominierung : Faust-Preis: Nominierungen für Oper und Ballett am Rhein

Der Preis gilt als der renommierteste deutsche Theaterpreis. Ein Regisseur und eine Solotänzerin könnten Preisträger werden.

Grund zur Freude im Opernhaus: Die Oper und das Ballett am Rhein sind in zwei Kategorien für den wohl wichtigsten deutschen Theaterpreis nominiert, den Faust-Preis. Im Bereich „Regie Kinder- und Jugendtheater“ wurde Anselm Dalferth für seine Inszenierung der Lindgren-Adaption „Nils Karlsson Däumling“ nominiert. In die Kategorie „Darstellerin Tanz“ schaffte es Marlúcia do Amaral mit ihrer Interpretation der Odette in Martin Schläpfers „Schwanensee“.

Die feierliche Verleihung des Faust-Theaterpreises findet am 9. November im Staatstheater Kassel statt. Bei der Veranstaltung werden herausragende künstlerische Leistungen in acht Kategorien geehrt, sowie ein Preis für das Lebenswerk und ein Perspektivpreis verliehen.

Die Tänzerin Marlúcia do Amaral ist für den Faust-Preis nominiert. Foto: Gert Weigelt

Mit Stolz und Freude reagierten die beiden Künstler und ihre Teams auf die Nominierung: „Es ist schon eine große Ehre, unter den Nominierten für den Faust-Preis zu sein, egal, ob man ihn gewinnt oder nicht“, kommentierte Marlúcia do Amaral. Die brasilianische Tänzerin ist – genau wie Anselm Dalferth – bereits zum zweiten Mal unter den ausgewählten Kandidaten: 2011 wurde sie für ihre Rolle in Martin Schläpfers „Neither“ für den Preis vorgeschlagen. Die aktuelle Nominierung für ihre Rolle als Odette in Martin Schläpfers „Schwanensee“ freut sie besonders: „Mit meiner Körpergröße bin ich so weit entfernt von der gängigen Vorstellung einer klassischen Odette, dass ich mir nie hätte träumen lassen, diese Rolle eines Tages zu tanzen. Martin Schläpfer hat eine ganz andere Vision von Odette, und nur deshalb passte ich in diese Rolle. Bei ihm ist sie eine menschliche Figur voller Leidenschaft und starker Emotionen, er hat sie mir sozusagen auf den Leib geschrieben, und die Interpretation erfüllt mich immer aufs Neue mit großer Begeisterung.“

Regisseur Anselm Dalferth ist für seine Inszenierung der Lindgren-Adaption „Nils Karlsson Däumling“ nominiert. Foto: Andreas Etter

Anselm Dalferth entwickelte aus der Komposition zu „Nils Karlsson Däumling“ von Thierry Tidrow (Libretto Manfred Weiß) eine mobile Kinderopernproduktion für die „Jungen Opern Rhein-Ruhr“, die in der vergangenen Spielzeit im Opernhaus Düsseldorf Premiere hatte. Mit einer multifunktionalen Kulissenkiste, einer Sängerin und einer sprechenden Geigerin tourt „Nils Karlsson Däumling“ seither durch Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Hospize und begeistert die jungen Zuschauer mit einer phantasievollen Opern-Adaption der bekannten Geschichte von Astrid Lindgren. In dieser Spielzeit übernehmen das Theater Dortmund und das Opernhaus Bonn die Gemeinschaftsproduktion, bevor sie im Januar wieder nach Düsseldorf und Duisburg zurückkommt. Ende März folgt „Nils Karlsson Däumling“ einer Einladung in die Hamburger Elbphilharmonie. Anselm Dalferth wurde bereits mehrfach für seine Regiearbeiten ausgezeichnet und 2018 für seine Stückentwicklung „Wie klingt Nimmerland?“ am Theater Münster für den Faust-Preis nominiert.